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Freitag, 11. Juni 2010

David und Goliath


Heute hatte ich einen Rückfall. Genauer gesagt jetzt. Ich muss schreiben um ihn zu dämpfen. Muss schreiben um ihn zu bekämpfen. Es ist ein einziger Kampf. Dieses verfickte Leben ist ein scheiss Schlachtfeld und ich fühl mich wie ein verletzter Krieger der immer wieder versucht aufzustehn um erneut gegen den Feind anzutreten. Immer und immer wieder. Lange war ich der Überzeugung, dass ich etwas für mein Glück tun muss. Glück ist nicht einfach da, man muss es sich verdienen. Ich habe mich selbst bestraft. Ab und an griff ich zur Schere. Oder ich verletzte Leute die ich liebe verbal um einen Grund zu haben mich danach selbst zu hassen. Boarderline in Gedanken. Ich weiss, ich bin nicht die Einzige, unsere gesamte Generation hat etwas sehr selbstzerstörerisches an sich. Wenn ich alle enttäusche erwartet auch keiner mehr was von mir und man nimmt es sich als Gunst sich ordentlich selbst bemitleiden zu können. Wir pflegen eine leidenschaftliche Selbstzerstümmelungskultur. Wir wollen gerettet werden. Gerettet werden vor unseren inneren Dämonen die uns zu schwarzen Gedanken verleiten. Wir leben in einem Land indem ernormer Leistungsdruck herrscht. Wir werden seit frühen Kindheitsjahren auf Erfolg, Leistung und Annerkennung getrimmt. Wir werden zu Robotern unserer Selbst. Der Mensch dahinter oder was davon noch übrig ist verliert immer mehr an Wert. Das geht soweit, dass mein Denken, mein Handeln schon so vergiftet ist, dass ich mich schlecht fühle wenn ich einen Tag keine Überstunden geleistet habe und vor 19 Uhr das Büro verlasse. Ich fühl mich schlecht wenn ich keinen Stress habe, nicht über die viele Arbeit jammern kann. Ich fühl mich unwohl wenn ich keine Aufgabe habe, kein Projekt am laufen habe. Ich fühl mich nutzlos. Einfach mal nur „sein“ ist nicht. Ich brauche Erfolg, Lob, Annerkennung. Weis ich mich selbst nicht genug wert zu schätzen? Oder wesshalb fühl ich mich minderwertig wenn ich nicht überdurchschnittliches leiste, mir keiner Anerkennung schenkt? Was ist der Mensch bloss für ein narzistisches Wesen? Ich will nicht so sein. Das ist nicht das Leben das ich führen möchte und ich bin nicht die Person die ich sein möchte. Ich möchte mich von all dem lösen können, über dem ganzen Druck und dieser Leistungsorientierten Gesellschaft stehen. Ich möchte das Glück nicht von Erfolg abhängig machen. Ich möchte, dass Glück einfach ist.

 

Bis noch vor einem Monat dachte ich, ich müsse was für mein Glück tun. Bis noch vor einem Monat glaubte ich überhaupt nicht mehr an Glück. Doch vor einem Monat habe ich Glück erlebt. Ich fühlte es in jeder Faser meines Körpers. Es war einfach da. Ok, es war nicht einfach da. Beziehungsweise es war in der Türkei. Dort habe ich es getroffen und wir haben uns unsterblich ineinander verliebt. Es hat mich auf der Strasse einfach so umgerempelt. Ich blieb stehen, hielt für einen Moment inne und dachte, das ist es also, das ist Glück. Ich mochte es von Anfang an und ich wollte mich nie mehr von ihm trennen. Ich lernte wie einfach Glück sein kann. Ich lernte für eine kurze Zeit mit nichts ausser Glück und seiner treuen Gefährtin, der Zufriedenheit zu leben. Es war die beste Zeit meines Lebens. Ich war eine Andere.

 

Nun bin ich wieder hier, zurück in meinem Leben. Zurück in der Heimat des Leistungsdrucks und des Stocks. Die Leute hier mögen Stöcke. Viele macht er sogar so geil, dass sie ihn sich mit voller Wucht in den Arsch rammen. Da stehn die drauf. Ich habe oft versucht einigen Menschen die ich eigentlich mochte diesen zu entwenden, dass mögen die aber gar nicht. Die schieben ihn sich aus Trotz noch tiefer rein. Da mich dieses Bild heute noch traumatisiert liess ich es irgendwann bleiben und liess sie mit ihrem Stock allein. Sollen sie doch glücklich werden.

 

Jedenfalls bin ich wieder hier und mit dem Ende meiner kleinen Reise nahm auch das Glück wieder Abschied von mir. Keine Ahnung aber ich denke dem gefällts hier einfach nicht. Ganz ehrlich, mir auch nicht. Ich kanns ihm nicht verübeln. Meine Vermutung wird mitlerweile immer deutlicher, hier werde ich mein Glück nicht finden. Ich gehöre hier nicht hin. Nicht dass ich wüsste wo ich hingehöre, aber ich bin mir sicher, dass es einen Ort auf der Welt gibt an dem ich meinem Glück wieder über den Weg laufen werde. Ich kann nicht mal genau sagen was mir hier nicht gefällt, klar könnte ich einige Punkte nennen die Brechreiz in mir hervor rufen, aber das wirst du wohl überall auf der Welt können. Ich will auch nicht sagen dass es überall besser ist. Aber vielleicht kennt einer von euch ja das Gefühl, dieses unbeschreibliche Gefühl von einem Durst den du einfach nicht löschen kannst. Ein brennender Durst. Und dann erst dieses Stechen im Magen, dieses Verlangen nach Mehr. Oder vielleicht stellst du dir auch immer öfter die Frage „Was zur Hölle mach ich hier eigentlich?!“ Gut. Dann ist die Erkenntnis, das falsche Leben zu führen nicht mehr weit. Und falls du das mit dem „endlich anfangen richtig zu leben“ auch immer gerne auf später (wenn ich dann erstmal...) vertagst, dann sollten die Alarmglocken schon auf Hochtouren läuten.

Auf einer Fotografie an einer Ausstellung in Istanbul waren die Worte „Die Freiheit ist um die Ecke“ zu lesen. How lovely!  Ich mach mich dann mal auf den Weg...Ach ja, wie heisst es so schön? „Gedanken machen dich frei“, True that. You can call me Freiheitsstatue! Hello World, Its me!

Mittwoch, 9. Juni 2010

Dirty Dancing



Ach, ich liebe die Skandinavier/innen! Sie sind schön, haben Stil und werden im Sommer zu allem hin noch scheiss braun! Aber vor Allem haben die Ladys da oben Stimmen, da läufts mir trotz den heutigen Temperaturen nur noch kalt den Rücken runter. Madame hier aus Norwegen war zwar in den letzten zwei Jahren etwas faul, ihre letzte Platte "Silence is Wild" erschien 2008 und in nächster Zeit ist laut ihrer Website auch nichts Neues zu erwarten. Nichts desto Trotz, der Song "Dirty Dancing", welcher mich übrigens beim Höhepunkt des Songs sehr an Unchainged Melody von den Righteous Brothers erinnert, ist ein Meisterwerk! Ich könnte mich in ihn hinein legen, mich darin wälzen, bittersüsse Tränen weinen und mit Blumen im Haar Pirouetten drehn!


Danke für den Stock



Es gibt Dinge, die machen mich wütend. Es gibt Dinge, die machen mich traurig. es gibt Dinge, die kann ich beim besten Willen weder verstehen noch nachvollziehen.

Dann gibt es aber noch Dinge, die machen mich wütend, traurig, ich kann sie weder verstehen noch nachvollziehen. Sie machen mich ratlos. Dinge, die für mich zu einem normalen gesunden Menschenverstand gehören und wenn sie nicht vorhanden sind als negativer Charakterzug gewertet werden. Wie zum Beispiel Freundlichkeit. Höflichkeit. Respekt. Anstand. Manieren. Oder auch Dinge wie Werte und Tradition. Dass letztere zwei schon seit geraumer Zeit den Bach runter sind (sind wir ZU Modern?) ist nichts Neues. Dennoch stimmt es mich traurig wenn ich mitansehen muss dass der heutigen Generation keinerlei Werte mehr vermittelt wurden oder diese nicht gelebt werden. Alles wird irgendwie relativ. Laut der Relativitätstheorie ist sogar die Wahrheit relativ. Was fürn Scheiss ist das denn bitte?! Alles bedingt irgendwas, hängt von etwas ab. Der Mensch will unabhängig sein, sich auf nichts mehr festlegen. Er geht fremd, lügt, betrügt das sich die Balken biegen. Er will frei sein, keine Verpflichtungen mehr eingehen und sich selbst verwirklichen. Aber bedingt das, dass man dies auf Kosten Anderer tut? Bedingt es maßlosen Egoismus? Wo sind die Werte geblieben? Wo die Treue sich selbst gegenüber? Wo ist der Respekt geblieben den jeder verdammte Mensch einfach erst einmal verdient hat, den sogenanten Grundrespekt? Woher nehmen wir uns diese Arroganz, diese Frechheiten her, jemanden der uns freundlich und gut gesinnt gegenüber tritt dermassen mit den Füssen zu treten? Viel zu oft sehe ich Leute Kassiererinnen anschnauzen. Viel zu oft krieg ich keine Antwort auf eine freundlich gestellte Frage, dafür ein Blick der mir einen Stich ins Herz versetzt. Sind wir so verbittert? Woher kommt dieses Verhalten? Ich kanns mir nicht erklären, ich wills auch nicht verstehen, denn ich finde es einfach nur zum Kotzen.

Auch fällt mir auf, dass viele Menschen sich nicht mehr bedanken. Ist das auch aus der Mode gekommen oder lässt es die zu eis gefrierende Coolness nicht zu? Das Erste was mich meine Mutter gelehrt hat, ist "Danke" zu sagen. Muss der Mensch so sehr über seinen Schatten springen um dieses Wort zu sagen? Oder sind wir einfach nur scheiss verwöhnt und im wahrsten Sinne des Wortes Undankbar?

Und wenn wir schon gerade dabei sind, WO zum Teufel habt ihr eigentlich euren verschissnen Stock her den ihr wie Trophäen in eurem Arsch spazieren führt? Es ist das Jahr des Stocks. Oder vielleicht ist es mir früher nicht so aufgefallen oder aber ich hatte selbst so ein Accessoire in meinem Hinterteil. Liegt das an der heutigen Zeit, an unserem Land, an der Kälte der Schweizer Mentalität? Und wieso wird dieses verdammte Ding irgendwie immer grösser, Ich sehs bei diversen Leuten sogar schon zum Arsch raushängen. Am liebsten würde ich das Ding packen, es dem Betroffenen aus dem Arsch ziehn und ihn damit mal ordentlich verprügeln!

Ist es verdammt noch mal so schwer, ein bisschen netter zu seinen Mitmenschen zu sein? Danke zu sagen? Werte zu leben und sie weiter zu geben? Traditionen weiter zu führen? Freundlich zu sein? Ist es wirklich so schwer in einem Land, in dem uns schon das Klima nicht zum schmelzen bringt, wenigstens untereinander ein bisschen mehr Wärme zu leben, ein bisschen mehr Herzlichkeit? Mehr Offenheit?

Wieso machen wir es uns unnötig schwerer als es ist, es könnte so einfach sein wenn sich einfach jeder ein bisschen mehr bemühen würde und sich den Satz "Ich bi halt so wieni bi" mal anstelle des Stockes in den Arsch schieben würde. Denn NEIN: Man ist nicht so wie man ist. Man ist so wie man sein will. Man ist so, wie man sich gibt. Und nicht nur Beziehungen sind Arbeit. Auch an sich selbst muss man arbeiten, denn das Leben ist doch eigentlich nichts geringeres als der Versuch ein besserer Mensch zu werden. Die Liebe macht uns besser, Erfolg macht uns besser (oder eben auch nicht!) ja gar unsere Freunde machen uns besser. Aber wir müssen etwas dafür tun, und sei es nur einmal Danke zu sagen oder einer Kassiererin ein Lächeln zu schenken.

Montag, 7. Juni 2010

I LOVE TYPO


Nice Magazine for those who loves Typography

Have a look!

http://www.slanted.de/

so welcome to my life, no two days the same – like for y’all to meet the love of my life, her name’s the game

A thing called love


Du denkst alles führt zu nichts. Du denkst du vegetierst hier vor dich hin. Du fragst dich was du hier eigentlich machst, wohin das alles führen soll. Und dann tretet plötzlich ein Mensch in dein Leben und alles ändert sich. Eigentlich ändert sich genau nichts, aber mit dieser Person an deiner Seite kannst du alles schaffen. Mit diesem Rückhalt und diesem von Liebe erfülltem Herz ist alles einfacher zu ertragen. Zu wissen, dass es jemanden gibt der sein letztes Hemd für dich geben würde, der für dich durchs Feuer gehen würde, der mit dir weint, mit dir lacht, das gibt dir Kraft.

Banhof Bern, 8.10.2004. Da haben wir uns das erste Mal gesehn. Es begann langsam, wir haben uns in Zug an einem Rap-Konzert wieder getroffen. Gin Tonic getrunken. Du hast mich gefragt ob mein Kumpel mein Freund sei. War er nicht. Du hast gelächelt. Dieses Lächeln sehe ich heute fast sechs Jahre später immer noch, genau in den selben Situationen wenn du mir von etwas erzählst was dich hibbelig macht. Jeder der dich kennt weiss, dass dein Lachen unbezahlbar ist. Das Leuchten deiner Augen. Aber nicht jeder der dich kennt, kennt dich wirklich. Nicht jeder sieht dir an wenn du auf der Stelle den Raum verlassen willst. Nicht jeder merkt dir die innere Unruhe an wenn du Menschen um dich hast die du nicht fühlst. Nicht jeder kennt deine Trauer, dein Schmerz und dein Kampf mit dir selbst. Nicht jeder kennt deine abgöttische Liebe und magische Verbundenheit zu einer Stadt in der du ein anderer Mensch bist. In der du wirklich lebst. Nicht jeder kann wortlos mit dir kommunizieren.

Du sprichst aus was ich denke. Du fühlst mit. Du bist mit Herz dabei. Du fängst mich auf wenn ich falle. Du bist mit mir on Top wenn ich hoch hinaus will. Du bist einfach da, komme was wolle. Diese bedingungslose Liebe ist das grösste Geschenk meines bisherigen Lebens. Du hast dich auf der Erde niedergelassen und dich als Mensch verkleidet. Die Tarnung ist gut, doch manchmal sehe ich dieses schimmernde Licht und deine Flügel kommen zum Vorschein wenn du es nicht merkst. Spread your wings and fly! Nicht umsonst umrandet dieser Spruch dein Handgelenk. Du musst dich nicht verstecken. Du bist gut so wie du bist und ich danke Gott dafür das er dich mir geschickt hat. Ok das war gelogen, ich glaube nämlich nicht an Gott, aber wenn es einen Gott geben würde dann wärst du der Beweis dafür.

“What's mine was always yours and yours is mine”

Freitag, 4. Juni 2010

Like a fading Rainbow


Durch einen Bekannten bin ich kürzlich auf Multitalent Jenny Wilson gestossen. What a gift! Die Schwedische Musikerin schrieb
schon Musik für Theaterstücke, arbeitete mit The Knife zusammen und hat ihr erstes Soloalbum sogar gleich selbst produziert.
Ihr zweites Album "Hardships" hat sie letztes Jahr über ihr eigenes Label rausgebracht auf welchem auch der Song "Like a fading Rainbow" enthalten ist.
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