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Donnerstag, 17. März 2011

Herz vs. Verstand


Es gibt diese Geschichten von zwei Menschen, die sich verlieben und man bekommt umgehend Lust aus dem Haus zu gehn, auf die Strasse zu treten und sich zu verlieben.

Dann gibt es diese Songs von gebrochenen Menschen die ihre kaputte Liebe besingen. Der Schmerz und die Melancholie springt sofort auf uns über und wir schwören uns, uns nie nie nie mehr zu verlieben.

Wir sehen Menschen auf der Strasse. Jeder hat eine Geschichte, trägt die Überreste seiner vergangenen Liebschaften mit sich rum. Manche sind gerade noch in einer glücklichen Beziehung und ahnen noch nicht, was alles auf sie zu kommen wird. Sie ahnen nicht, dass sie ein halbes Jahr später als gebrochener Mensch die selbe Strasse entlang gehen werden. Sie können Sich nicht vorstellen, dass der momentane Zustand, das momentane Glück ein Ablaufdatum hat. Und das ist auch gut so. Mit jeder neuen Liebe kommt die neue Hoffnung, das es nun DAS ist. Das Ewige. Die Liebe des Lebens. Und jedes Mal, wenn man erkennen musste, dass es nun doch nicht DAS war, stirbt etwas in einem ab. Man kann sich nicht vorstellen, je wieder so zu fühlen. Man zieht sich zurück, kapselt sich ab, baut die Mauer noch etwas höher und man meint, nächstes Mal besser abzuwägen, besser auf zu passen, an wen man sein Herz verschenkt. Doch wenn wir uns verlieben werden wir weder irgendetwas abwägen noch werden wir besser aufpassen, am wenigsten auf unser Herz. Wir werden uns vielleicht Dinge einreden, uns Vorsätze nehmen. Wir meinen der Vernunft eine Stimme geben zu müssen, doch meistens, wenn man an diesen Punkt kommt, wo man Dinge abwägen will, im Gedächtnis Pro und Kontra Listen erstellt, ist es längst zu spät. Das Herz hat kein Interesse an Vernunft und die Liebe hat schon gar nichts mit ihr gemein.

Viele Menschen laufen ihr Leben lang an die gleiche Sorte Mensch heran. Vielleicht ist es eine Prüfung. Vielleicht widerspiegeln diese Menschen Dinge in uns, welche wir mit uns selbst noch klären müssen. Vielleicht suchen wir uns aber auch deswegen die falschen Partner aus, weil wir noch nicht bereit sind für den RICHTIGEN. Vielleicht müssen wir zuerst lernen. Mit jeder Liebe lernen wir etwas über uns selbst und das Beste was wir tun können ist, diese neu gewonnenen Erkenntnisse mit zu nehmen und daran zu arbeiten.

Man kann sich fragen: Warum lernen die Menschen nicht aus ihren alten Beziehungen und laufen wieder genau an die selbe Sorte Mensch heran? Ich denke der Schlüssel ist die HEILUNG. Ist ein Herz erst geheilt, ist es umgehend wieder bereit sich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Während des Heilungsprozesses sind wir vorsichtig. Wir sind ängstlich, zerbrechlich und flüchten vor Allem, was uns zu nahe kommen und somit verletzen könnte. Aber ist der Heilungsprozess erst abgeschlossen sind wir wieder empfänglich für alles. Für das grosse Glück, die Liebe des Lebens, der abgrundtiefe Schmerz – wir nehmen wieder alles in Kauf. Alles von Vorn. Und das ist das schöne an der Liebe: Kein Schmerz, kein Verlust, ja nichts kann uns daran hindern, das alles erneut in Kauf zu nehmen, zu gross ist die Hoffnung, dass es dieses Mal DAS ist. Und das ist gut so.

Dienstag, 15. März 2011

ROCK N ROLL BABY


So, ich bin mal wieder aus dem Loch gekrochen. Hallo. Gott war das dunkel da unten. Wären Spruch-Shirts noch IN wäre auf meinem in den letzten Wochen eher DYING OUT FOR ATTENTION an Stelle von CRYING OUT FOR ATTENTION gestanden. Nach Mauritius hatte ich den totalen Durchhänger. Ich hab genau nullkomanichts auf die Reihe gekriegt. Ausser Feiern. Und Schlafen. Aber das kann ja jeder. Gut, beim Feiern lass ich mich eh nicht lumpen, das ist jahrelanges Training. Oder vielleicht ist es auch einfach eine Begabung. Wie dem auch sei, auf jeden Fall kam mir wieder die ganze Kotze hoch. Aber wen wunderts, wir emotional verkrüpelten Mitzwanziger haben auch nichts besseres zu tun, als uns in unsere selbstgebastelten goldenen Käfige zu sperren. Ist ja auch einfacher als mal den Arsch hoch zu kriegen und einfach mal SPASS zu haben. Das Leben zu geniessen, mit den Mitteln die uns halt zur Verfügung stehen. Die Decke über den Kopf zu ziehen und das Handy aus zu schalten kann sehr verlockend sein, doch wird es immer schlimmer. Mit jeder Stunde, jedem Tag. Es wird nicht besser. Es wird nur später. Und schlimmer. Dazu kommt das schlechte Gewissen. Sich selbst gegenüber. Seinem Arbeitgeber gegenüber und natürlich den Freunden und der Familie gegenüber die Hilflos mit an sehen müssen, wie du dich langsam selbst aufgibst und vor die Hunde gehst. Du quälst dich mit deinen Gedanken, Vorwürfen, Selbstzweifel. Verrennst dich. Verlierst dich. Und ehe du dich versiehst ist dir auf Einmal alles egal. Du hast vor nichts mehr Respekt, am wenigsten vor dir selbst. Du kämpfst mit Sehnsüchten und aus der Hilflosigkeit heraus entstehen plötzlich Verhaltensweisen die du so gar nicht von dir kanntest. Du stehst neben dir und denkst: WER ZUR HÖLLE IST DIESE FRAU DIE AUSSIEHT WIE ICH UND WAS ZUM TEUFEL TUT DIE DA?!

Ja, so weit geht das. Auf Einmal bist du EINE VON IHNEN. Ihr wisst schon, die Psychotanten. Die Jammerlappen. Die Nervenbündel. Früher hast du dich über diese Weiber lustig gemacht. Du dachtest nur: OH GOTT! DIE ARMEN FREUNDE! Und PENG RÄTSCH bist du eine Ihresgleichen. Diese Erkenntnis schmerzt. Du möchtest dir ein Loch buddeln und dich lebendig darin begraben um nie mehr in den Spiegel sehen zu müssen. Oder eben du begehst Bettflucht. Stürzt dich ins Nachtleben. Da darfst du dich wenigstens offiziell daneben benehmen. Darauf hin folgt wieder das schlechte Gewissen. Decke über den Kopf. Zwischendurch THIS BITTER EARTH auf Repeat hören damit du auch ja nicht auf den Gedanken kommen würdest, das Bett jemals wieder zu verlassen. Das kann man dann beliebig so weiter spielen. Langweilig wirds bestimmt nicht, es fallen dir bestimmt jeden Tag wieder neue Gründe dafür ein. Doch eines Tages fällt dir plötzlich ein Grund ein, um dich wieder auf das Leben zu freuen. DAS LEBEN nämlich. Und dann kannst du wieder lachen. Als erstes ab deiner eigenen Dummheit. Dummheit ist so lustig, ich musste heute viel über Dummheit lachen. Ich finde sie macht mich schon fast wieder ein wenig sympathisch. HAHA.

Auf jeden Fall will ich nun nur noch von Dienstag bis Donnerstag arbeiten, Musik hören, tolle Bücher lesen und Ausgehen. Keine Party ist auch keine Lösung. Ich bin Jung und ich will Spass haben. Ich erwarte nichts vom Leben, ich geh einfach raus und schaue was passiert. Ich will keinen Erfolg ausser er ergibt sich weil ich gerade Bock habe was zu machen, was Erfolg mit sich bringt. Aber ich will nichts für den Erfolg machen. Nicht seinetwegen. Ich habe keinen Anspruch auf Selbstverwirklichung und ich will auch nicht eine gute Partie als Beziehungspartnerin sein. Nicht jetzt. Klar will ich mal Kinder, ein Haus und einen hübschen Garten, aber das hat Zeit. Jetzt will ich Feiern. Ich will Rock n Roll. Und vor Allem: ICH WILL NICHTS BEREUEN! ROCK N ROLL BABY, LETS GET WASTED!