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Mittwoch, 18. Mai 2011

WER BIST DU DENN?


Man lernt sich selbst ja immer besser kennen. Das kommt mit den Jahren und mit den Erfahrungen die man macht. Durch Dinge die man erlebt, erlebt man sich auch irgendwie selbst. Was mag ich? Worauf lege ich besonders viel Wert? Bin ich eher der Traditionelle Typ oder eher der unkonventionelle?

Ich hatte bis anhin diverse Theorien darüber, wozu das Leben denn da sei. Mal abgesehen davon, sich einen reichen, gut aussehenden Kerl zu schnappen, sich einen Braten in die Röhren schieben zu lassen und den ganzen lieben langen Tag Basilikum anzupflanzen, Kuchen zu backen, dem Alten seine Wäsche zu Waschen und so richtig fett zu werden weil seine Mutter dich jeden Sonntag mit diversen Köstlichkeiten voll stopft.

Zum Einen habe ich für mich definiert, dass das Leben da zu da ist, ein besserer Mensch zu werden. Oder ein guter Mensch. Da stellt sich natürlich die Frage: WANN IST MAN EIN GUTER MENSCH? Diese Frage ist sehr gross und begibt sich auf ein unendliches und schwieriges Terrain aus Ethik und Moral. Ich für mich, finde diese Thematik genau so spannend wie gefährlich, denn schlussendlich kann darauf nur jeder für sich selbst antworten, denn jede Theorie wird von einer weiteren widerlegt. Ich denke wir werden, wenn wir im Sterbebett auf unser Leben zurück blicken eine Antwort darauf haben. Diese Aussage lässt vielleicht darauf schliessen wie ich darüber denke. Vielleicht auch nicht.

Zum Anderen, bin ich neulich zu der Erkenntnis gekommen, dass es im Leben vor Allem auch darum geht, sich selbst kennen zu lernen. Ständig lernen wir neue Menschen kennen, wollen Sie näher kennen lernen weil Sie auf uns Faszination ausüben oder weil wir das Gefühl haben, dass Sie uns ähnlich sind. Wir suchen Verbindungen und Parallelen. Sei es in der Wahl des Partners, der Freunde oder der Geschäftspartner. Wir suchen Menschen, die unsere Interessen decken. Oder solche, die uns fordern. Oder aber solche, die uns ein gutes Gefühl geben.

ABER WAS GEBEN WIR UNS SELBST? WIE GUT KENNEN WIR UNS SELBST? Ich bin manchmal erstaunt, wenn mir auf einmal auffällt, wie gut mir etwas gefällt und ich mir denke: "Ich steh eigentlich total auf Tante Emma Läden". Das ist mir beispielsweise gestern aufgefallen, als ich in einem solchen kurz Zigaretten holen ging. Der Duft, das laute Brummen der Kühlregale, die mit Liebe gemachten Sandwiches. Die urchigen Produkte die an eine andere Zeit erinnern. An eine Zeit, in der wir noch Kinder waren und uns im Quartierlädeli Süssigkeiten oder ein Eis aussuchen durften.

So kleine Dinge – wie etwa, dass man solche Läden mag – lassen einen doch das Eine oder Andere über sich selbst erfahren. Aus dieser Laden-Geschichte lässt sich etwa daraus schliessen, dass ich nostalgisch bin, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ja, sich selber kennen lernen. Eine der Definitionen, wozu das Leben da ist. Find ich schön. Immer interessant, woraus unser Wesen, unser Charakter zusammen gesetzt wird. Uns selbst kennen zu lernen ist vielleicht eine etwas egoistischere Variante der Selbstwahrnehmung. So machen wir es für uns selbst. Für uns allein. Wogegen es bei der Selbstwahrnehmung mehr um die Anderen geht: Wie wirke ich auf Andere? Wie kommt mein Verhalten an? usw. Bleiben wir doch einfach zuerst mal bei uns, und lernen uns selber kennen.

Ich wünsche euch viel Spass dabei. Es werden wohl noch so einige Überraschungen auf uns zu kommen. Gute. Und Schlechte. Aber darum geht es ja.

Mit Liebe.