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Freitag, 23. Juli 2010

Hardbrücke die alte Schlampe, die lässt doch jeden ran!



Ich habe ein neues Hassobjekt. Die Hardbrücke. Die alte Hure lässt einfach jeden ran! Aber noch schlimmer: die Schweine hauen nicht ab wenn sie gekommen sind!

Die sind nämlich dumm. Echt. Dass die meisten Menschen dumm sind ist zwar nichts Neues, aber die Menschen auf der Hardbrücke sind mit Abstand die dümmsten von allen (Ja sogar dümmer als jene in der Bahnhofstrasse, man wills kaum glauben). Die steigen da so aus dem Bus aus, steuern in Richtung Treppe und peng, steht da der Heinz, Ja Sali Heinz! Kurt! Ja säg au, du scho so früeh underwägs? Und dann unterhalten die sich dann so hübschgemütlich zmitzt auf dem Weg, beziehungsweise auf meinem Weg. Für mich sieht das morgendliche Szenario dann jeweils wie folgt aus: Bus hält, ich erhebe mich und begebe mich in bester Laune (ähä) aus dem Bus und steure im Schritttempo in Richtung Brückenabgang, das geht aber nicht weil da jeweils Heinz und Kurt stehen und sich über Hanni und Nanni unterhalten. Bei meinem morgendlichen Slalomlauf kann nicht mal Vreni Schneider mithalten und mit meinen verlorenen Nerven könnte man eine allein erziehende Mutter von sechs Kindern ein leben lang durchbringen. Somit komme ich schon total am Ende und auf Hässigkeitsstuffe siebenhundertachtundreissig an meinem Arbeitsplatz an. Da kann der Tag doch nur noch besser werden. Sollte man meinen. In your Face!

Und wenn ich jetzt noch einen Wunsch frei hätte (abgesehen davon, dass die Menschen einfach mal ein ordentliches Tempo an den Tag legen und nicht im Weg stehen sollen), dann hätte ich gerne 3 Stunden Zeit gestohlen, viel viel Alkohol und jemand der mir versichert, dass ich an diesem Wochenende garantiert meinen Verstand verlieren werde. Daran liegt mir viel. Sehr viel.

Freitag, 16. Juli 2010

This Heart`s on fire

Ich steh ja nicht grad so auf "deine Augen sind so schön wie die Farbe des Himmels"- Lovesongs. Ich brauch Drama! Oder eben die Wahrheit. Als ich diesen Song das erste Mal gehört habe hätte ich weinen können. Nicht weil mich diese Zeilen so sehr berührt haben – und das haben sie – nein, sondern weil ich es so schön fand das endlich mal Jemand diesen Song geschrieben hat. Ich habe nie einen wahreren Song gehört. Diese Schönheit der Melancholie, unbeschreiblich. Also Stereoanlage laut aufdrehn und sich der Stimmung hingeben.



Seen it in my head, burning my heart
Seen it in my past, back in my home
Doesn't make sense, see her again
I don't, know
I felt it for some time, ever not at all
Poison in my head, gun love hurts
I'm not looking for love, but it's hard to resist
I don't recall, being this dead

She's the only one, that's the best I've had
I found her in a dream, looking for me
This heart's on fire, I'll bring myself
Up to fall, down again

These arms are mine
Don't matter who they hold
So should i maybe, Just leave love alone
You call out my name, for the love you need
Which you won't find in me

These arms are mine
Don't matter who they hold
You're made for me, and i'll leave love alone
you call out my name for the love you need
Which you won't find in me

Seen it in my head, burning my heart
I found her in a dream, looking for me
Doesn't make sense, see her again
I don't, know

I can see the end, of what I've begun
A tale of a love, come and gone
But now my love, no promises
I won't go, falling in love

Dienstag, 13. Juli 2010

Dreamcatcher


Wir verstricken uns, sind gefangen im Netz. Im einem Netz – von unseren Vorfahren erschaffen – von uns am Leben erhalten. Sind verschlungen. Unsere Körper kleben aneinander, wir verwachsen. Schweben in einem Trancezustand aus Wörtern und Klängen. Die Freiheit ist um die Ecke. Wo ist die Ecke? Die rechte oder die Linke? Wieso nicht gerade aus? Müssen wir abbiegen um uns nicht zu verbiegen? Können wir nicht einfach weiter schwimmen? Noch ein bisschen schweben. Fünf Minuten noch. Stell den Wecker aus. Nur fünf Minuten. Weck mich nicht auf. Bitte. Setz dich neben mich und betrachte meinen Schlaf. Denk dich in meine Träume hinein. Vielleicht handeln sie von dir. Weck mich nicht auf. Hör auf meinen Atem. Er ist ruhig. Entspannt. Ich schwebe. Träume mir unser Netz. Vernetze unsere Träume, nähe sie zusammen mit dem Faden des Glücks. Berühre meinen Traum. Ist er nicht weich, ganz sanft? Komm in meine Welt und lass uns Achterbahn fahren. Schau nicht runter, schwindelig wird dir auch so. Lass dich fallen. Vertrau mir. Halt dich nicht länger fest. Das Netz wird dich auffangen – du hast lange genug daran gesponnen.

Klangwelten

Mit dir im Gras liegen

Schläfrig sein vom Sonnenlicht

Die Augen wieder öffnen – in deine schauen um sie danach wieder zu schliessen

Eins sein mit dem Klang

Die Feinheit der Stimme auf nackter Haut

Fein

Allein

Zu zweit

In einer Welt die nicht unsere ist


Dienstag, 6. Juli 2010

Drei Löffel Zucker


Drei Löffel Zucker. Richtig süss muss er sein, der Kaffee. So mag sie ihn am liebsten. Und Schwarz. Milch trinkt sie keine mehr seit sie in der dritten Klasse mal aus Versehen saure Milch getrunken hat. Sie trinkt hastig ihren Kaffee um den Bus nicht zu verpassen.

Ihre Mutter gibt ihr die Brote mit. Vom Fenster aus sieht sie ihrer Tochter zu wie sie zur Bushaltestelle geht und auf den Bus wartet. Wie jeden Morgen. Sie hat sich das irgendwie nie abgewöhnt. Seit sie in den Kindergarten geht, steht sie jeden Morgen an diesem Fenster und sieht ihrer Tochter zu, wie sie sich auf den Weg macht, bis sie sie nicht mehr sieht. Danach kann sie sich beruhigt um den Haushalt kümmern.

Wie ihre Mutter, so sieht auch sie jeden Morgen aus dem Fenster. Mit apathischem Blick starrt sie die vorbeiziehenden Häuser und Strassen an und findet sich in ihrer Gedankenwelt wieder. Oft denkt sie an alte Kindheitstage zurück. Wie sie als kleines Mädchen immer alle für ihr Engelshaar beneidet haben. Oder damals als sie ein Loch im Kopf hatte, nach einer Prügelei mit einem Jungen aus dem Quartier. Und wie sie danach ihre Mutter zum Friseur brachte um das Loch zu kaschieren. Die Friseurin starb kurz danach. Das wird sie nie vergessen.

Bis zu ihrem elften oder zwölften Lebensjahr mochte sie keine Jungs. Sie wollte nie mit ihnen spielen. Sie erinnert sich, dass sie einmal von einem Jungen aus dem Kindergarten gefragt wurde, ob sie am Nachmittag mit ihm spielen will. Und sie erinnert sich daran wie sie nicht wusste was sie sagen sollte und ihn einfach stehen liess und davon lief. In der Gegenwart von Jungs fühlte sie sich nicht wohl. Sie fand sie irgendwie – seltsam. Der einzige Kontakt mit ihnen in ihren Kindheitsjahren belief sich auf einige Zankereien auf dem Spielplatz und später darauf, ihnen zu entkommen, wenn sie sie im Auftrag des beliebtesten Mädchens der Schule verprügeln sollten.

Sie verstand nie wieso die Jungs diesem Mädchen hörig waren. Es erschien ihr lächerlich, wie sie sich für sie verbiegen und nach ihrer Pfeiffe tanzten. Und den Grund für den Hass ihr gegenüber verstand sie erst recht nicht. Sie hatte ihr doch nichts getan.

Wenn sie an diesem Punkt der Erinnerung angekommen ist, versucht sie sich an schönere Tage zu erinnern. Sie liess sich ihre innere Unruhe kaum anmerken. Sie war ein lautes Kind. Sie war eine Entertainerin, stand gerne im Mittelpunkt. Sie muss jedes Mal schmunzeln, wenn sie daran denkt, dass sie in der zweiten Klasse die Lehrerin fragte ob sie Ihren Mitschülern etwas vorzeigen dürfe und zum Kasettenrekorder ging, David Hasselhof`s „Looking for Freedom“ einlegte und vor der Wandtafel eine Mini Playback Show zum Besten gab. Sie hatte ein gutes Händchen sich zum Affen zu machen. Diese Eigenschaft sollte sie auch Jahre später nicht verlieren. Aber es verlieh ihr etwas selbstironisches. Eine gewisse Leichtigkeit das Leben nicht so streng zu nehmen.

Doch an diesem Morgen im Bus, da war alles anders. Sie musste nicht lachen über diese Erinnerung. Sie wurde auch nicht traurig über die negativen Erinnerungen. Sie war nahezu Gefühlslos. Ihr Blick war leer. Ihre Augen müde. Ihr ganzer Körper schien in eine Art stand-by-Modus zu verfallen. Alles wurde schwer. Oder leicht? Sie weiss es nicht. Ihre Gedanken werden ihr zur Last. Sie kann sie nicht mehr einordnen, nicht mehr aneinander reihen. Plötzlich ist da Angst. Der Bus soll anhalten. Haltet den Bus an! Schreit sie. Meint sie. Doch in Wirklichkeit gibt sie kein Laut von sich, sitzt benommen auf ihrem Sitz. Haltet den verdammten Bus an! Sie hat nicht die Kraft ihren Mund zu öffnen. Immer noch starrt sie aus dem Fenster als der Bus an einer roten Ampel hält. Wut keimt in ihr auf. Stechende, brennende Wut. Kraft strömt durch ihren Körper. Adrenalin. Ihr Kopf läuft rot an, droht zu platzen. Mit einem Satz springt sie auf und hechtet durch das Fenster. Scherben. Blut. Hupen. Sie rafft sich vom Boden auf und beginnt zu rennen. So schnell sie kann. Sie rennt und zieht ihre Jacke aus, wirft sie zu Boden. Streift ihren Rock runter, stolpert, rennt weiter. Sie rennt, entledigt sich währenddessen all ihrer Kleider. Muss den Ballast loswerden. Alles zurück lassen. Nur Sie. Sie allein. Sie rennt. Rennt um Ihr Leben.

Samstag, 3. Juli 2010

Von Ausstehenden Magic Moments, nervigen Sportlern und Platonischen Freundschaften oder WHAT U KNOW ABOUT MINDSEX?


Ich hatte wieder mal viel Zeit  um nach zu denken und sitze zur Zeit mit gemischten Gefühlen vor diesem Text. Ich habe mich wieder sehr auf meinen Solo-Urlaub gefreut. Seit meinem Turkey-Adventure bin ich ja grosser Fan des „Alleine Weg fahren“. Aber ich muss gestehen, die Magic Moments, oder wie es bei Kuoni heissen würde die „Perfect Moments“ blieben aus. Ich hatte einfach nicht diese Euphorie. Ich hatte keine speziellen Glücksgfeühle. Nicht das es mir schlecht ging oder so, nein, aber ich war halt einfach so, da. Ich war einfach da. Es ging weder rauf noch runter. Es war einfach gradlinig um nicht zu sagen langweilig.

 

Am ersten Abend auf Fuerteventura flüchtete ich erstmal aus der Hotelanlage und ging dem Strand entlang in das nahe gelegene Fischerdörfchen. Das ist ein verschlafenes Nest mit ca. drei Restaurants, einer Bar und einem kleinen Supermarkt.

Ich setzte mich in das kleine Restaurant direkt am Meer und bestellte einen halben Liter vom Hauswein und Entercote Scheiben mit Knoblauch Marinade. Ich sah aufs Meer hinaus und den spanischen Kindern zu wie sie im Sand herum tollten. Zwischendurch las ich in Özdogans „Die Tochter des Schmieds“. In der Türkei waren das immer meine grössten Glücksmomente: im Restaurant sitzen, die Menschen beobachten, gut essen und Özdogan lesen. Aber hier; nichts. Klar, ich dachte, ach, ist das nicht schön. Und: jööh die süssen kleinen Spaniögel Kiddies. Oder: wow das Essen ist der Hammer. Aber ich hatte keinen Magic Moment. Ich hatte nicht das Bedürfnis auf und ab zu hüpfen wie ich es gerne tue wenn ich glücklich bin. Ich hatte nicht Lust zu quietschen und komische Laute von mir zu geben, wie ich es auch gerne tue wenn ich das Glück in mir aufsteigen fühle. Da war einfach nichts. Ich hätte gerade so gut in Zürich in der Tram sitzen können.

 

Die ganze Woche über dachte ich: du musst es geniessen. Ach schau nur wie schön. Ich wollte mich selbst davon überzeugen. Wieso konnte ich das Alles nicht geniessen? Bin ich undankbar? Erkenne ich das Glück nicht wenn es vor meiner Nase steht? Whats fucking wrong with me?!

 

Zuerst dachte ich, ich hätte wohl Mühe abzuschalten, also gab ich mir Internet-Verbot bis Ende Woche. Kein Facebook, keine E-Mails, kein Handy. Ich gab lediglich meiner besseren Hälfte kurz bescheid, dass das Flugzeug nicht abgestürzt ist und ich wohlauf bin.

 

Naja, der Rest ist etwa so spannend wie ein Rosamunde Pilcher Roman. Ok ich gebs zu, der ist natürlich spannender und da knutschen sie wenigstens am Schluss. Zu meinem Stand-by Modus kamen dann noch die ganzen Sportversessen Idioten dazu. Ich bin nämlich in einem Sporthotel. Da kann man sich jetzt fragen, was ich denn in einem Sporthotel mache. Die Antwort ist simpel: Nichts. Auf der faulen Haut liegen und aus Protest noch mehr Essen.

 

Aber zurück zu den Sportsklaven. Diese Leute gingen mir ja so was von auf den Sack. Mit ihren selbstgefälligen Gesichtern die sagen: Ich tue mir was gutes, wenn ich morgens um Acht Uhr bei der nervigsten Trainerin in der Geschichte der nervigsten Trainer, in den Spinnig Kurs gehe und danach mit gutem Gewissen den ganzen Tag am Pool liegen kann. Und diese Spinnig Trainerin erst, Mein Gott, da wurde mir schon beim vorbei laufen schlecht bei deren Motivations-Geschrei. Und das schlimmste am Ganzen: die Kleidung. Kann man nicht auch halbwegs stilvoll Sport betreiben? Im Ernst wann werden Radlerhosen endlich verboten? Ich habe Augenkrebs von all diesen Sportoutfits hier. Und dann die Schwimmtrainer, aber davon fange ich besser gar nicht erst an.

Auf jeden Fall wurde mir mal wieder vor Augen geführt wie sehr ich Sportler hasse. Ich meine ich habe echt nichts gegen Sport der Sinn macht. Wie zb Basketball oder Tennis. Meinetwegen auch Fussball. Aber auf einem sich nicht vom Fleck bewegenden Fahrrad rumzustrampeln währenddessen eine von der Tarantel gestochene Trainerin auf Speed in der Gegend rumschreit und dazu noch Lady Gaga durch die Boxen dröhnt, sehe ich echt nicht ein.

 

Ich meine tönt vielleicht etwas abwegig, aber wie wärs mal so mit Fahrrad FAHREN? So auf einem echten? Nur mal sone Idee.

 

Und dann war da noch Pedro. Mein Gott, ich versteh die Menschen nicht. Echt nicht. Ich verzweifle langsam aber sicher ab ihnen. Wie dem auch sei, Pedro ist Kellner im Hoteleigenen Restaurant. Als mein lieblings Restaurant in der Bucht geschlossen hatte musste ich wohl oder übel im Hotel essen. Pedro brachte mir den Wein und fragte mich ob das mein erster Abend hier sei. Ich verneinte und erklärte ihm, das ich mich nur nicht so gerne im Hotel aufhalte, da sich mein Urlaubs-Feeling inmitten von Schweizern und Deutschen nicht unbedingt entfalten kann. Er lächelte und bot mir an, mich am nächsten Tag zu einem schöneren Strand mit zu nehmen. Da mir der schwarze Sand auch allmählich auf den Sack ging sagte ich zu. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag an der Bushaltestelle. Nach einer halben Weltreise durch die Wüste, einer wortlosen 70 Minütigen Busfahrt, kamen wir endlich am besagten Ort an. Der Strand war wirklich nicht mit dem hier zu vergleichen: Das Wasser war türkis und der Sand war weiss. Traumhaft. Weniger Traumhaft war die Unterhaltung mit Pedro. Ich musste ihm alles aus der Nase ziehen. Ich erfuhr, dass er seit einem Jahr auf Fuerteventura arbeitet, 33 Jahre alt ist und aus Kuba stammt. Er lud mich zum Essen ein, sagte, dass ich zuviel rauche (ja ich rauche wieder, ja mehr als zuvor und ja es ist mir scheiss egal!) und ja, das wars dann in etwa auch schon. Es war echt anstrengend. Ich war so erledigt von dieser ganzen Geschichte, dass ich im Bus auf dem Rückweg prompt eingepennt bin. Seit diesem Tag, grüssen wir uns und damit hat sich’s. Ich war im wohl zu langweilig, pennt ein die Alte. Aber bitte, wieso hängt jemand mit dir rum wenn er dann gar nicht mit dir spricht. Das ist nicht das Erste mal, das mir so was passiert. Hab ich auch in der Türkei einige Male erlebt: Dann wollen Sie mit dir was trinken und dann sitzen die einfach nur da und sagen kein Wort. Hallo?! Ich bin die letzte Person die etwas gegen vertrautes Schweigen in Zweisamkeit hat, ich kann mit einigen meiner Freunde schweigen. Aber doch nicht mit wild fremden Menschen. Da kann man sich fragen, wieso machst du dann überhaupt mit fremden Menschen etwas ab, wieso gehst du mit denen mit? Na weil ich doch der Meinung bin, das man von jedem Menschen etwas profitieren kann, sich gegenseitig weiterbringen kann und gerade Menschen aus anderen Länderen und Kulturen, das sind doch Schätze die man auskosten muss, etwas über andere Kulturen, Sitten und Bräuche zu erfahren. Sich auszutauschen. Etwas teilen. Aber langsam glaube ich mich mit dieser Einstellung alleine.

 

Auch fällt mir in letzter Zeit oft auf, dass kaum mehr Menschen an einem interessiert sind. Wenn dich jemand nach deiner Meinung zu einem bestimmten Thema fragt, dir aber nicht mal eine halbe Minute Zeit gibt um zu antworten, dann kannst du sicher sein, dass dein Gegenüber eigentlich nur seine Meinung zum befragten Thema preis geben will. Tritt besagtes Schema auf, nichts wie weg! Diese Person ist nicht im geringsten an deiner Person interessiert. Diese Person gehört in die Kategorie „Egofucker“ und ist lediglich auf der Suche nach Bestätigung, sie will in ihrer Meinung bestärkt werden um ihr Ego aufzublasen. Man kann es etwa mit einem Dildo gleichsetzen. Du bist lediglich der Dildo dieser Person.

 

Wo wir gerade beim „Interesse am Menschen“ sind, möchte ich gerne zu einem Thema überleiten, über das ich mir in dieser Woche auch oft Gedanken gemacht habe. Mir ist nämlich klar geworden, wie mir mein bester Freund fehlt. Oder auch, wie es mir fehlt einen besten Freund zu haben. Eine rein platonische Beziehung zu einem Mann. Wo sind all die Männer-Freundschaften hin? Es gab ne Zeit, da hatte ich sogar einige davon. Wieso habe ich praktisch nur noch weibliche enge Freunde?

Mein bester Freund (ich nenne ihn immer noch so obwohl wir uns NIE sehen und ich weiss er nennt mich auch noch so, da ist ein unsichtbares Band) wohnt in einer anderen Stadt, hat wieder ne Freundin etc etc. Das ist auch so was, viele Freundschaften mit Männern verliefen sich im Sand, sobald die eine Beziehung hatten, das will mir nicht in den Kopf, klar lässt der Kontakt nach, aber wieso kann man eine Freundschaft nicht trotzdem pflegen? Keine Ahnug, auf jeden Fall fehlt mir der Austausch mit Männlichen Artgenossen ohne irgendwelche Absichten auf eine körperliche Beziehung. Aber das ist wohl etwa genau so schwer zu finden wie eine rein körperliche Beziehung. Man könnte jetzt sagen, wieso kann man nicht beides verbinden? Ganz einfach: weil’s nicht funktioniert! Schade eigentlich. Aber ja, das ist nicht das Thema. Freundschaft zwischen Mann und Frau. Frauengeschichten anhören, darüber lachen, sich für seinen besten Freund einsetzten und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen bei seinen Frauenproblemen. Mir die knallharte Wahrheit anhören wie „Wenn er nicht anruft, will er dich schlicht und einfach nicht“. Frauen sind selten so ehrlich. Ich will mit meinem besten Freund um die Häuser ziehn. Ihn unter den Tisch sauffen. Oder umgekehrt. Mit ihm über Lebensweisheiten diskutieren. Uns Gegenseitig Musik vorspielen. Mich in seinen Armen ausheulen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine weiblichen Freunde, aber es ist halt einfach nicht das selbe. Man oder in diesem Falle Frau, braucht beides. Gesunder Ausgleich so zu sagen.

 

Aber andererseits kann ich die spannenden männlichen Personen die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe auch an einer Hand abzählen. Wo sind die guten Männer hin? Und ich meine das wie gesagt nicht mal Beziehungs technisch, davon fangen wir erst gar nicht an, aber wo sind alle anderen? Oder sind Männer heut zu Tage gar nicht mehr an platonischen Beziehungen zu Frauen interessiert? Sind wir nicht langsam in einem Alter, in dem das Möglich sein sollte? Oder sind sie einfach nicht an Freundschaft mit MIR interessiert, das ist natürlich eine Frage die man sich auch selbst stellen muss wenn man mal so schnell in die Welt hinaus bellt. Bin ich ein guter Freund? Was kann ich einem Menschen bieten? Was kann er von mir profitieren? Was habe ich zu geben? Was bin ich bereit zu tragen?

 

Damit wirft sich in mir eine weitere Frage auf, ich höre oft Leute sagen: „Ich habe genug Freunde“. Ich denke dann immer: Kann man wirklich genug Freunde haben? Kann man zu viele Freunde haben? Ist es nicht eine Verschwendung sich einer möglichen Freundschaft zu verwehren? Klar muss man abwägen, welche Freundschaft einem weiter bringt, und welche einem nur hindert. Da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Dennoch denke ich sollten wir uns mehr öffnen bevor wir uns verwehren, denn man weis Anfangs nie was dahinter steckt.

 

Ums mit den Worten von Dead Prez zu sagen: Yeah, what you know about mind sex?