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Dienstag, 5. November 2013

Bekenntnisse einer Suchenden

Etwas will raus, wartet darauf geweckt zu werden, doch kann nicht durchdringen. Die Oberfläche stellt sich wie eine eiserne Wand in den Weg. Es gibt keine Hinweise darauf, was es ist. Trotzdem ist da die Gewissheit, dass es nun einmal da ist, tief verborgen im Mutterleib der Ungewissheit.

Und genau das macht mich nervös.

An einigen Tagen treibt es mich an, diesem Etwas auf die Schliche zu kommen. Ihm an die Oberfläche zu verhelfen und ihm das Leben zu schenken, damit es seine Flügel spreizen und sich auf den Weg machen kann.

An anderen Tagen halte ich es fast nicht aus und es fühlt sich an als würde etwas in mir gedeihen von dem ich nicht weiss, ob es von guter oder schlechter Natur ist. Dann fühle ich mich wie eine werdende Mutter die sich plötzlich durch einen Hormonschub verursachten Panikanfall die Frage stellt: "Was, wenn mein Kind ein Arschloch wird?". Das kommt ja durchaus vor. Ich bin solchen Kindern schon begegnet und sie sind mitunter ein Grund wesswegen ich mir nicht mehr ganz so sicher bin ob ich mich wirklich fortpflanzen möchte.

Aber natürlich wird die Mutter ihr Kind trotzdem lieben, denn die Mutterliebe wird wohl (leider) die einzige bedingungslose Liebe sein, die uns Zeit unseres Lebens widerfahren wird.

Und bedingungslose Liebe ist immer etwas Gutes. Es ist die einzige Art von Liebe die nicht wertet. Die einfach da ist, um ihrer selbst Willen.

Vielleicht verhält sich das auch mit diesem "Etwas" nicht anders. Vielleicht ist das genau das Gute, weil es mich auf der einen Seite praktisch dazu zwingt der Sache auf den Grund zu gehen und ihr Raum zu geben.

Oder aber, dieses Reissen, diese Sehnsucht nach Antworten, dieses Gefühl (der Sache auf der Spur zu sein) frisst dich auf. Und du gehst daran zu Grunde weil du nicht im Stande bist, diesem Gefühl Raum zu lassen und es sich somit selbst im Keim erstickt. Und es würde sich anfühlen wie eine Fehlgeburt und was bleibt ist die Sehnsucht nach etwas, dass keinen Namen trägt. Wie ein Ultraschallbild deiner Gedanken, deines Ursprungs. Dein wahres selbst. Schlussendlich streben wir alle den einen Moment an. Den Moment der Erkenntnis unserer wahren Natur. Manche mögen es Erleuchtung nennen. Andere die Suche nach sich selbst und wieder andere halten dich einfach nur für verrückt oder können mit dieser spirituellen Scheisse nichts anfangen weil sie noch nicht so weit sind. und es vielleicht auch nie sein werden. Und genau da unterscheiden sich unsere Welten. Die Einen leben innen und die Andern aussen. Mein Inneres will definitiv nach draussen – je länger, desto mehr – denn nur wenn beide Welten im Einklang sind können wir wieder zu dem werden, was wir ursprünglich waren bevor wir auf diese Welt gekommen sind und unserer wahren Identität beraubt wurden.

2 Kommentare:

  1. von wegen bedingungslose liebe:
    http://www.vice.com/de/read/sohn-ball-00005420v9n7
    :) kuss

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  2. ja den hab ich gelesen. die berg bringts schön pragmatisch auf den punkt und bestärkt die frage "was, wenn mein kind ein arschloch wird?" ;)

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