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Freitag, 21. Januar 2011

A LOVE STORY


Ich war Vierzehn. Es war im Sommer 99. Wir waren in den Ferien in Italien und einer der Jungs mit denen wir rum gehangen sind hatte einen Ghettoblaster dabei. Bis dahin war mir höchstens 2 Pac oder Puff Daddy ein Begriff, und auch diese nur, weil der eine ins Grass gebissen hat und der andere diesen Riesenhit seinem Freund Biggie Smalls widmete, welchen ebenfalls das Zeitliche segnete. Ich kannte also nur tote Rapper und solche welche es wohl besser wären.

Bis zu diesem Sommer. Bis ich YOU GOT ME von THE ROOTS FEAT. ERYKAH BADU durch den Ghettoblaster dröhnen hörte. Da war es um mich geschehen. Ich war verliebt. Verliebt in diesen Song, verliebt in THINGS FALL APART. Verliebt in Rap. In eine Jugendbewegung die für mich bald zur Religion wurde. Ich habe nie eine Szene erlebt, die so vielfältig, so kreativ und so mächtig war wie Hip Hop. Aber auch ungemein kritisch, arrogant und besserwisserisch. Aber das kam erst später. Wie bei jeder Liebesgeschichte, sieht man die negativen Dinge immer erst später.

Ein neues Lebensgefühl war entstanden. Ich verbrachte Stunden damit, Tapes aufzunehmen und später, CD`S zu brennen. Ich konnte mich in der Musik regelrecht verlieren. Für mich war es DAS ECHTE. Für mich war Hip Hop UNITY. FAMILIE. Wir waren noch Kinder, doch fühlten uns so mächtig, so gross. Hip Hop war das Blut, dass durch unsere Adern floss. Es war weit mehr als ein paar kiffende Jungs und ein paar Schlampen die sich im Bikini auf einem Auto räckeln. Es war unser Leben.

Hand in Hand mit Hip Hop kam Natalie. Natalie und ich waren die zwei neuen in der Klasse des letzten Schuljahres. Durch sie kam ich auch mit Graffiti in Berührung. Mir fehlte zwar jegliches Talent mit der Dose umzugehn aber Natalie war fest davon überzeugt, dass alles nur eine Frage der Übung wäre. Also wurde geübt. Obwohl ich immer so kritisch war, so dass ich mich schämte, vor anderen zu zeichnen, hiengen wir zig Abende in ihrer WG rum und es wurde gezeichnet, Bier getrunken und Writerfilme geschaut. Natalie wohnte zusammen mit ihrer Schwester direkt neben einer Zuglinie am Stadtrand unseres kleinen Städtchens. Wir drei, wir hielten uns für die coolsten Mädels der Stadt. Alle anderen, ausser einigen wenigen Ausnahmen fanden wir doof. Wir nannten sie alle nur Chicks. Wie hingegen trugen allstars und airmaix, secondhand addidas Jacken und die Hosen trugen wir irgendwo unter dem Arsch. Kurz gesagt, wir waren einfach Arschcool. Dachten wir zumindest damals. Die WG wurde zum Zentrum der lokalen Writerszene (oder was davon übrig geblieben ist). Ich erlebte etwas, dass man eine verdammt geile Jugend nennt. In dieser Zeit war jeder Tag ein Abenteuer.

Es gab eine Nacht, die werde ich nie vergessen. Ich war wiedermal bei den Mädels in der WG, überhaupt war ich mehr dort als zu Hause. Es war mitten in der Nacht und Melanie (Natalies Schwester) und ich tranken Rotwein und rauchten einen Joint. Es lief diese eine WAXOLUTIONISTS Scheibe. Und dann ertönte MANUVA MC`S NACHTSCHATTENGEWÄCHS. Unser Blick haftete auf den Zuggleisen, keiner sagte ein Wort. Nur dieser Song und die Gleise. Ich glaube ich habe Hip Hop nie wieder so intensiv gefühlt wie in diesen 6.27 Minuten. Wenn es Nacht wird über deiner Stadt...

Wir sind auf jedes, und damit meine ich wirklich jedes Konzert gerannt. In der ganzen Schweiz. Natürlich hatten wir kein Geld aber wir fanden immer einen Weg. Ob wir nun Harassen klauten um das Depot der Flaschen ab zu kassieren oder ob wir mit einer Mitleid erregenden Geschichte Betteln gingen. Uns konnte nichts aufhalten. Wir gehörten zu der Sorte Konzertbesucher die irgendwo hinten in der Ecke standen und mit seeligem Gesichtsausdruck und gesenktem Kopf den Lyrics lauschten und dazu mit dem Kopf nickten. Diese Anfangszeiten wo Hip Hop noch ein Lebensgefühl war, waren etwas vom schönsten, was ich in meinem Leben bis anhin erlebt habe.

Das ist nun alles über zehn Jahre her. So wie sich Hip Hop veränderte, hab auch ich mich verändert. Ab und zu denke ich Wehmütig an diese Zeit zurück. Und ab und zu muss ich schmunzeln ab unserem damaligen Grössenwahn. Ob unserer Verbissenheit. Unseren Scheuklappen. Doch meistens zaubert mir die Erinnerung an diese Zeit ein zufriedens Lächeln auf die Lippen. Wir hatten Visionen. Wir waren Idealisten. Wir haben an etwas geglaubt, und dass hat uns zusammen geschweisst. Wir alle hatten eine Leidenschaft. Die Jungs und Mädels im Übungsraum beim Freestylen. Ich, welche ihnen mit meinen verkackten Übergängen die Instrumentals auflegte und jewils von den vielen Platten im Regal in den Bann gezogen wurde. Die Writers mit ihren Jeansjacken und dem Namen hinten drauf, welche mich immer an ODEM aus dem Buch ODEM ON THE RUN erinnerten. Die Produzenten, welche unmengen an Zeit in das Gebastel von Beats investiereten, oder auch Geduld, als ich es lernen wollte. Ich kann den ELEANOR RIGBY Sample von den BEATLES nun nach etwa acht Jahren endlich wieder hören. All diese Passion, diese Leidenschaft die die Leute in Hip Hop gesteckt haben. Das mit anzusehen hat mich, glaube ich, immer am meisten fasziniert.

Alles geht seinen Weg. Hip Hop ist den seinen gegangen, und ich den meinen. Manchmal gibt es Tage da sehe ich ihn noch kurz vorbei huschen und manchmal kann ich unter seiner faltigen Haut noch die Schönheit von damals erkennen.


Dienstag, 18. Januar 2011

I WISH


Ich wünschte, wir könnten zurück. Zurück in die Zeit, in der alles anders war. In die Zeit der Unschuld. Zurück in eine Zeit, in der alles leicht war.

Ich wünschte, ich könnte die Worte zurück nehmen. Worte die mir über die Lippen kamen ohne an deren Auswirkungen zu denken.

Ich wünschte, ich hätte mich selbst zensiert.

Ich wünschte, ich hätte mich nicht von meinen Gefühlen leiten lassen, sondern auf meinen Verstand gehört.

Ich wünschte, mein Verstand und mein Herz wären Freunde gewesen.

Ich wünschte, mein liebstes Lied für mich behalten zu haben.

Ich wünschte, die einstige Unschuld nicht zerstört zu haben.

Ich wünschte, wieder auf dieser Bank zu sitzen an diesem lauen Abend im Oktober. Frei von jeglichem Schmerz, frei von Vorwürfen und alles was mich umgibt, ist das Gefühl, eines sich langsam davon machenden Sommers.

Ich wünschte, wir hätten uns danach nie wieder gesehen und die kurze Magie des Augenblicks in Erinnerung behalten.

Ich wünschte, ich könnte in diese Zeit zurück. Ich würde die Zeit anhalten, diesen Moment geniessen und danach auf mein Fahrrad steigen, in der Nacht verschwinden und diese Augenblicke mit der Leichtigkeit eines Kleinkindes im Herzen tragen.

Alle paar Jahre würde ich mit dem Fahrrad an dem Platz vorbeifahren und mich fragen wie es wohl gewesen wäre, wenn wir uns wieder gesehn hätten. Ich würde einen melancholischen Nachgeschmack im Magen fühlen und weiter fahren. Doch mir wäre der Schmerz erspart geblieben.

Es wird leichter. Die Zeit trägt den Schmerz davon und was bleibt ist dieser fade Nachgeschmack des Schmerzes. Diese Leere, welche von Bedauern ausgefüllt wird und der Wunsch, ja der innige Wunsch, in die einstige Zeit zurück zu können und alles anders zu machen. Mein Gesicht zu bewahren und mich selbst in einem besseren Licht zurück zu lassen.

Montag, 17. Januar 2011

I BELIEVE


Das Leben meint es gerade sehr gut mir mir. Speziellen Anlass dazu gibt es keinen. Ich bin einfach zufrieden. Seit langem wieder einmal zufrieden mit mir selbst. Glücklich für mich.

Letzte Woche bin ich im Regen durch die Strassen der Nacht spaziert, hab mir die Ohren mit THE CINEMATIC ORCHESTRA - TO BUILD A HOME und das Gesicht vom Regen berieseln lassen. Ich hab die Arme ausgestreckt und bin mit einem Lächeln im Gesicht durch die dunklen Gassen geschwebt. Glück. Für mich allein. Durch gute Musik. Durch neue Erkentnisse. Durch erlangen an Gelassenheit (Ein bisschen zumindest). Zwar bin ich immer noch auf der Suche. Werd ich wohl immer sein. Was ich suche? Keine Ahnung. Ok, das war gelogen. Mittlerweile weiss ich wohl genau was ich suche. Die Wahrheit ist, ich will das Echte. In Allem. Ich will mich selbst spühren. Ich will Liebe. Nicht auf Teufel komm raus, aber ich will Liebe. Irgendwann. Und ich will lieben. Natürlich möchte ich auch geliebt werden, aber vor Allem will ich lieben.

Ich will stundenlang Musik hören und dich festhalten. Ich will meine Hände in deinen Haaren vergraben. Ich will deinen Adamsapfel fühlen. Dich küssen ohne Ende. Dich festhalten. Dich auffangen. Ich will dir die Welt durch meine Augen zeigen. Ich will dir Briefe und Gedichte schreiben. Ich will mit dir Reisen. Mit dir am Frühstückstisch sitzen und Zeitung lesen. Mit dir Schweigen. Mit dir betrunken nach Hause stolpern. Ich will mit dir Einkaufen gehen und mich mit dir darüber streiten, ob wir nun das 3-Lagige Klopapier kaufen oder ein anderes. Ich will Tage mit dir im Bett verbringen als gäbe es die Welt nicht mehr. Ich will dir Brote schmieren und deine Wäsche waschen. Ich will deine Schwächen lieben weil sie dich genau so ausmachen wie deine Stärken, oder sogar noch mehr. Ich will mit dir im Regen spazieren und ich will zu alten französischen Chansons mit dir tanzen. Ich will dich lieben. Von ganzem Herzen. Ohne Angst vor Emotionen. Ohne Angst dich eines Tages nicht mehr an meiner Seite zu haben. Ich will dich lieben als wäre diese Liebe ein einziger Moment. Ein kurzer Augenaufschlag. Ich will dich lieben ohne an den nächsten Tag zu denken. Ich will dich aufrichtig und ehrlich lieben. Und du wirst meine Liebe ohne Furcht empfangen. Du wirst auf sie Acht geben wie auf einen kostabren Schatz. Du wirst sie nicht als Last empfinden sondern sie mit offenen Armen empfangen. Irgendwann. Irgendwann werden sich unsere Wege kreuzen. Ich hoffe wir werden uns erkennen.

Vielleicht gibt es doch einen Anlass für meine aktuelle Zufriedenheit. Letzte Woche ist mir noch etwas anderes, sehr schönes, wundersames wiederfahren. Ich habe einem Menschen etwas aus meinem Leben erzählt, eine Kurzfassung der letzten Jahre so zu sagen. Als ich fertig war, sah mich diese Person mit einem wissenden Lächeln an und meinte: "Du bist auf der Suche. Du suchst dein zu Hause. Aber du bist auf einem guten Weg."

Ich fand es einfach nur schön, dass gewisse Menschen dich einfach SEHEN. Wie sie zwischen den Zeilen lesen können. Und wie sie bedingungslos hinter dir stehen. Wie meine Freunde. Ihr macht mich besser. Es wird sich alles fügen. Die Liebe wird ihren Weg finden und Freundschaften werden dich begleiten. Ein Leben lang.
I BELIEVE.

Der Song des Tages ist übrigens TANITA TIKARA - HEAL YOU. Grossartig!

Montag, 10. Januar 2011

Gömmer doch eifach wider zrugg in Club

Scheiss auf Ramadan. Scheiss auf Januar und scheiss auf gemütliche Abende vor dem TV. Scheiss auf nicht mehr Trinken unter der Woche. Scheiss auf geregeltes Leben. Scheiss auf mal früher nach Hause gehn. Scheiss auf den letzten Bus, den letzten Zug. Scheiss auf den ersten Zug. Scheiss generell mal auf Züge. Scheiss auf Taxis. Scheiss auf deine das-hat-noch-soul-musik an After Hours. Scheiss auf keinen Jägermeister mehr trinken. Scheiss auf in-vier-jahren-bin-ich-dreissig-und-ich-fühl-mich-immernoch-wie-sechzehn. Scheiss auf reiss dich mal zusammen. Scheiss einfach auch mal auf deine innere Stimme. Scheiss auf nimm dir was du willst wenn es nicht genommen werden will. Scheiss auf Montage. Scheiss auf Verzichten für Andere. Scheiss auf Leute die kein Taktgefühl besitzen. Scheiss auf mal früher ins Bett gehn. Scheiss auf ich muss morgen Arbeiten. Scheiss auf das ist der letzte Song. Scheiss doch einfach drauf. Gömmer doch eifach wider zrugg in Club!

Freitag, 7. Januar 2011

Was willst du werden wenn du mal gross bist? ROCKERBRAUT!


Ich will eine Rockerbraut sein! Eigentlich wäre ich ja gerne eine Geliebte Gainsbourgs gewesen und hätte schöne 50er Jahre Kleider getragen, Zigaretten mit Zigarettenhalter geraucht und unmengen Rotwein getrunken. Leider aber bin ich irgendwie vergessen gegangen und habe es erst in den 80er Jahren auf die Welt geschafft. Vielleicht war ich aber auch betrunken und hab mich irgendwo verlaufen. Auf jeden Fall wird es nun wiedermal Zeit für ein neues Ich. Rockerbraut. Find ich geil. Mein Alter (sagt man doch so im Rockerslang oder?) fährt Motorrad und trägt ausgewaschene Jeansjacken. Oder Lederjacken. Hach, Lederjacken. Wo ist eigentlich meine geliebte Lederjacke? Egal. Ich sitze auf dem Rücksitz seines Motorards und meine Haare wehen ihm ins Gesicht. Natürlich tragen wir keinen Helm, das ist unsexy. Wir fahren in der Dämmerung durch die Gegend und er schaut mich durch den Rückspiegel verliebt an. Ich schmeige mich fest an ihn und umschlinge ihn mit meinen Armen. Wir hören laute Musik die einfach so von irgendwo herkommt. Unsere persönliche Filmmusik. Wir trinken Bier aus der Dose und fahren auf Konzerte wo wir betrunken miteinander tanzen bis wir es nicht mehr aushalten. Trunken ab der Musik und unserer eigenen Geilheit ficken wir hinter dem Club im Stehen bevor wir zufrieden nach Hause fahren und ich ihm versalzene Spaghetti koche. Das wäre ein schönes Leben.

Montag, 3. Januar 2011

AUF DEN SPUREN DER MUSIK


Es gibt ja so Leute die sich Vorsätze fassen. Und dann gibt es noch Leute die sich Vorsätze fassen und diese keine zwei Tage durchziehen. Ich gehöre natürlich zur zweiten Gattung. Bei mir geht das die ganze Zeit so, ich hab mich daran gwöhnt, oder besser gesagt: Ich kenne es gar nicht anders. Ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die ein grosses Talent besitzt, Dinge durch zu ziehen. Meine Zielstrebigkeit habe ich nach der Abschlussprüfung (welche ich im Übrigen zwei Wochen zuvor noch in den Sand setzen wollte) in der Berufsschule zurück gelassen und die einzigen Worte die mir von meinem Typografie-Lehrer in Erinnerung geblieben sind, bestätigen nur meine flatterhaften Verhaltensweisen. "Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden." In der Typografie ist das ein sehr schmaler Grat. Entweder befolgts du strikt die Regeln und wähnst dich auf der Sicheren Seite (Note 4.5-5) oder aber du verstösst dermassen gegen ALLE Regeln und wagst dich somit aufs Glatteis (Note 1 oder 6). Ein bisschen gegen Regeln verstossen geht nicht. Entweder ganz oder gar nicht, darin liegt die Kunst. Vielleicht ist es auch mit dem Leben an sich so. Verbote, Regeln und all dieses Zeug löst aber auch grosse Faszination aus. Wenn ich Sätze höre wie "Das verstösst gegen die Vorschrift" oder "Missachtung der blabla hat eine sofortige blablabla zur Folge", da geht bei mir innerlich sofort der Alarm los und ich fühl mich wie ein sabbernder Köter der ungeduldig darauf wartet, dass sein Herrchen ihm endlich den Stock wirft. Ich habe schon Dinge nur desswegen getan oder gesagt weil sie verboten waren. Wären sie nicht verboten gewesen, hätten sie mich gelangweilt oder ich hätte nicht mal von deren Existenz gewusst. Für mich war alles, was nicht erlaubt war, schon einmal grundsätzlich interessant. Oder Polizisten. Ich weiss nicht ob das allen Menschen so geht, aber ich komme irgendwie nie umhin Polizisten nicht zu provozieren. Einmal wurde ich aus dem Bullenposten rausgeworfen weil der Papa Moll Polizist auf mich los gehen wollte weil ich ihn so rasend gemacht habe. Ich hab das gar nicht mit Absicht getan, es ist einfach so passiert. Aber die 900.- Beamtenbeleidigung warens allemal wert, zu sehen wie ein Polizist dermassen die Fassung verlieren kann wegen mangelnder Sozialkompetenz.

Wie dem auch sei, genug über Verbote. Verbote sind sowieso total 2010. Ab heute wird wieder mit dem Feuer gespielt.

Zurück zu den Vorsätzen. Diese haben aber nicht wirklich was mit dem neuen Jahr zu tun, der Jahreswechsel ist purer Zufall. Aber ich habe mir etwas für mein Leben vorgenommen, etwas ganz tolles. Es ist kein Vorsatz wie "aufhören zu Rauchen" oder "weniger Trinken", nein, es ist etwas schönes, etwas wunderbares. Ich nenne ihn AUF DEN SPUREN DER MUSIK. Klingt das nicht toll? Ich will der Musik auf den Grund gehen. Ich will sie spüren. Überall, am ganzen Körper. Ich will dort sein, wo Musik entsetht. Dort wo sie geboren wird. Ich will Gesichter sehen wie Jón Thór Birgisson von Sigur Rós im wunderschönen Film HEIMA. Ich will solche Gesichter live sehen. Ich will fühlen was sie fühlen. Ich will Musik nicht mehr nur auf dem Plattenteller serviert, ich will sehen wie sie entsteht, wie sie sich entwickelt. Ich will Musik ohne Grenzen. Und ich werde ihr folgen. Beginnen werde ich hier in Zürich. Ich werde kleine Konzerte besuchen, ich werde den Klangwelten lauschen und mich mit Musikern unterhalten.

Das erinnert mich an einen Montag Abend vor einigen Monaten. Ich war zum Abendessen mit meiner Mutter verabredet. Es war ein beschissener Tag, ich war Müde vom Wochenende, emotional nicht ganz auf der Höhe und ich fühlte mich sehr einsam. Trotzdem hab ich mich aufgegrafft, weil ich meine Mutter nunmal nicht gerne versetze. Wir haben gegessen und die Ablenkung tat mir gut. Danach beschloss ich, vom Niederdörfli über die Langstrasse nach Hause zu spazieren. Irgendetwas in mir wollte nicht nach Hause, also ging ich noch ins Rossi auf ein Bier. Ich setzte mich nach draussen um zu Rauchen bis mich jemand mit französischem Akzent nach Feuer fragte. Nach dem Feuer kam die Frage nach dem Buch, was ich denn da am lesen sei. Wir sprachen über Bücher, über französische Schriftsteller, über seine 16 Jährige Tochter und über sein Neugeborenes. Er war Jazzmusiker und stammte aus Paris, lebt aber seit einigen Jahren in Zürich. Wir haben geraucht, getrunken und geredet. Er hatte dieses Funkeln in den Augen. Ich hätte sehr gerne ohne ein weiteres Wort zu verlieren sofort mit ihm geschlafen um ihn danach nie wieder zu sehen. Da war er wieder, der Reiz des Verbotenen. Glücklicherweise blieb ich mit meinem Gewissen im Reinen und ich war wiedermal ab solchen Begegnungen fasziniert. Mit jemandem eine Unterhaltung führen ohne über Namen und Telefonnummern zu sprechen, mit dem Wissen, dass du diese Person nie wieder sehen wirst hat schon etwas sehr magisches. Geniesst solche Momente! Sie sind die kleinen Perlen unter den Wundersamen Momenten im Leben. Und folgt der Musik. Oder wie AUGUST RUSH im gleichnamigen Film sagt: MUSIC IS ALL AROUND US, ALL YOU HAVE TO DO IS LISTEN!