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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Nächster Halt: 2011


Ich habe mir in letzter Zeit oft den Kopf darüber zerbrochen, wie ich endlich gelassener werden kann. Es kann einem schon in den Wahnsinn treiben, immer tausend Gedanken im Kopf zu haben welche einem nicht schlafen lassen.

Oder Erinnerungen. Gute wie schlechte. Den guten trauert man nach und die schlechten möchte man am liebsten löschen. Manchmal möchte man sogar die guten löschen. Manches wäre einfacher. Ich wünsche mir regelmässig eine Gehirnwäsche wie sie Jim Carrey in VERGISS MEIN NICHT bekommt. Wäre die Festplatte einfach gelöscht wäre man der Zukunft gegenüber viel zuversichtlicher.

Doch gibt es nunmal keine Zukunft ohne Vergangenheit. Wie ich in einem älteren Beitrag bereits mal geschrieben habe, ist unsere Erinnerung wohl das Einzige was wir wirklich besitzen, was nur uns gehört, was uns keiner nehmen kann. Und doch ist sie manchmal unser grösster Feind, unser grösstes Hindernis, weil wir durch sie immer vorsichtiger werden.

Irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft warten wir wie verwaiste Kinder an einem Bummel-Bahnhof. Die Gegenwart rast im Schnellzug an uns vorbei.

Ohne Kompass rennen wir durch die Gegend und fragen die Leute nach dem Weg. Doch keiner wird uns den Weg weisen können. Nur wir selbst. Also rennen wir weiter im Kreis. Jeder für sich, so lange bis seine Grenze erreicht ist, bis ihm klar wird, das es nur einen Weg gibt: Den Weg zu sich selbst. An dir selbst kommst du nicht vorbei.

Du musst mit deinen Gedanken und deinen Erinnerungen Frieden schliessen um wieder auf den Zug auf zu springen. Du musst mit dir selbst Frieden schliessen und du musst dir selbst vergeben. Dieser Prozess ist unabdingbar.

Hast du erst deinen Seelenfrieden zurück erlangt kannst du dich mit der neu gewonnen Gelassenheit dem HIER UND JETZT widmen ohne dich wegen deiner Vergangenheit oder deiner Zukunft verrückt zu machen.

Oft haltet man sich mit falschem Stolz auf. Man ist nicht bereit anderen zu vergeben, weil man sich selbst nicht vergibt. So können Jahre vergehen. Wertvolle Jahre. Man ist wütend. Enttäuscht. Man sucht Schuld. Entweder bei sich oder dem Anderen. Doch manchmal trifft keinen die Schuld. Nur den falschen Stolz. Und auch wenn jemand Schuld hat, muss man dem Schuldigen vergeben. Schuld hält auf. In jeder Hinsicht.

Zum Jahresabschluss habe ich nun mit mir selbst Frieden geschlossen. Ich habe in diesem Jahr mit allen Menschen welche mir nahe sind oder eine Verbindung zu mir haben Frieden geschlossen. Ich habe falschen Stolz überwunden und ich habe vergeben. Ich habe auch um Vergebung gebeten. Und zu guter letzt, am dritt letzten Tag des Jahres, habe ich mir selbst vergeben. Ich habe meinen Rucksack in die Ecke geschmissen, ihn aus gepackt und aus sortiert. Einige Dinge habe ich weg geschmissen und einige wieder ein gepackt.

In drei Tagen ist dieses verdammte Drecks Jahr endlich zu Ende und ich kann jedem nur raten, in den verbleibenden Tagen - solltet ihr es nicht schon gemacht haben - euren Rucksack zu entrümpeln und mit aussortiertem Rucksack pünktlich zum Jahreswechsel am Hauptbahnhof zu stehen um auf den Gegenwartexpress in Richtung Zukunft auf zu springen. 2011 WE`RE COMMING!

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Montag, 20. Dezember 2010

Neues Spiel, neues Glück. Mögen wir alle gewinnen!


Es gab da diesen Tag im Sommer. Die Sonne scheint, es ist heiss und die Schweissperlen glänzen auf der Haut. Du trittst im luftigen Sommerkleid auf die Strasse, gute Musik im Ohr und du bist gespannt was du heute alles erleben wirst. Du hast dieses Kribbeln im Bauch, etwas ungewisses, etwas schönes und es lässt dich auf der Strasse hüpfen. Du erfreust dich ab dem Leben. Diesem wundersamen Leben welches du irgendwie nicht greifen kannst, was dir so unfassbar ist wie das Universum. Du freust dich auf dein Leben. Auf die guten Momente die du erleben wirst, auf die Menschen die du treffen wirst, auf die Länder die du bereisen wirst. Auf Orte, Lieder, Beziehungen und Begegnungen die dir Glück bringen werden, die dich weiter bringen, die dich fordern, die dich lieben werden und solche die dich lieben lassen werden.

Ich erinnere mich an den Tag an dem ich mit diesem Gefühl in den Tag hinaus tritt. Ich habe keine Ahnung was danach passiert ist, ob ich nun Baden gegangen bin oder ob ich mich mit jemandem getroffen habe. Ich weiss auch nicht, ob ich mit dem selben Gefühl wieder nach Hause gekommen bin. Wahrscheinlich nicht. Aber darum geht es auch nicht.

Dieses Jahr war für viele Menschen in meinem Umfeld ein sehr schwieriges Jahr. Vieles ging kaputt, Beziehungen, Freundschaften, Familien, Seelen. Auch für mich war diese Jahr nicht einfach. Ich führte einen Kampf. Diesen Kampf führte ich zwar schon seit Jahren aber in diesem Jahr war es zum Duell gekommen, eins gegen eins. Ich gegen mich. Der Kampf kam zu keinem Ende, mit hingebungsvoller Ausdauer wurde ein unermüdliches Gefecht geführt. In meinem Jungen Leben bin ich in diesem Jahr an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen. Und anscheinend muss es mir da irgendwie gefallen haben. Keine Ahnung, vielleicht gab es viel zu Essen oder die machten gute Drinks oder aber es lief schöne Musik. Das ist schon die halbe Miete. Aber das spielt eigentlich keine Rolle, der Punkt ist, dass ich dann doch wieder die Treppen hoch gestiegen bin um mal im Erdgeschoss zu klingeln aber entweder war da grad keiner zu Hause oder ich rutsche auf einer Bananenschale aus und landete rücklings wieder auf dem kalten Kellerboden. In diesem Moment gab es weder was zu Essen, noch war da irgendwie eine Bar zu sehen und an Musik war nicht einmal zu denken. Da war nur dieser harte, kalte Boden und die Dunkelheit. Stille. Furchtbare, erdrückende Stille. Aber mit der Zeit lebst du dich im Kellergeschoss irgendwie ein. Du arrangierst dich, findest dich mit der Situation ab. Du denkst, du hast nichts besseres verdient, manche Menschen gehören halt einfach in den Keller und damit meine ich jetzt nicht diejenigen, die da runter gesperrt werden. Ich meine diejenigen, die sich keine Wohnung im Erdgeschoss oder in der zweiten Etage gönnen. Es muss ja nicht immer gleich die Dachwohnung mit Terrasse sein. Es ist Krank, wir Menschen sind krank, die einen sperren Menschen in den Keller, andere werden in den Keller gesperrt und wiederum andere sperren sich selbst in den Keller. Irgendwie sind wir alle ein bisschen Kellerkinder. Jedenfalls die blinden unter uns und davon gibt es viele. Wie dem auch sei, ich will auch gar nicht weiter auf diese Thematik eingehen, sie ist zu gross, zu Komplex, vielleicht schreib ich mal ein Buch drüber wenn ich mich von meiner Blindheit erholt habe. Mittlerweile leide ich nur noch an einer niedrigen Sehschwäche, der Augenarzt meint, es heile sehr gut und bald könne ich die Brille abnehmen. Ich bin sehr froh, denn wenn ich endlich richtig gut sehen kann, dann kann mir das auch nicht mehr passieren, auf so einer bescheuerten Bananenschale aus zu rutschen.

Ich freue mich zu entdecken, zu sehen, zu lieben, zu lachen, zu weinen. Ich freue mich darauf, was das Leben mir zu bieten hat. Ich werde nicht einer dieser Emotionaler Krüppel werden, denen einst das Herz gebrochen wurde und die sich desswegen selbst nichts gönnen und sich der Liebe, ja gar dem Leben verschliessen. Ich werde nicht alle diese schönen Momente verpassen aus Angst davor verletzt zu werden. Ich werde mich nicht den Menschen gegenüber verschliessen. Ich werde nicht kalt werden. Ich habe diese Selbstzerstümmelungs-Kultur zwar quasi mitbegründet und sie ist immer noch total gefragt aber ich denke es ist Zeit für neue Mode. Das Motto ist: Lebe. Jetzt. Liebe. So viel du kannst. Immer wieder. Zeig Gefühl. Lebe Gefühl. Und zensier dich ja nicht. Glaube nicht, andere mit deinen Gefühlen zu überfordern, die richtigen Menschen werden sie mit Freude empfangen. Sage was du denkst. Sprich. Schreib. Lass deine Gedanken raus. Teile sie, aber bleib bei dir. BLEIB EINFACH IMMER BEI DIR. Den du wirst dein Leben mit dir verbringen und kein anderer. Du wirst dein ganzes Leben immer da sein, du darfst es dir mit dir nicht verscherzen. Menschen werden kommen und gehen, manche werden dich lange begleiten, andere kreuzen kurz deinen Weg. Manche Verluste werden schmerzhaft sein, andere befreiend. Aber egal wie schmerzhaft sie auch sein mögen, gib dich dem Schmerz nicht zu lange hin, denn du bist noch da und du musst auf dich aufpassen. Du musst dafür sorgen, dass es dir gut geht damit du wieder neue Liebe erfahren wirst. Damit du wieder lieben kannst. Und du wirst es. Und wie. Aber nur wenn du bei dir bleibst.

Ja, viele Dinge gingen Kaputt in diesem Jahr. Einige waren leider nicht mehr zu retten, andere konnten repariert werden und einige konnten dadurch sogar noch besser werden. Die Karten wurden neu gemischt. Ich hoff ich hab gute Karten, ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf das Spiel! Mögen wir alle gewinnen!

Montag, 13. Dezember 2010

Was bleibt


Am Ende bist es du. Nur du. Am Ende geht es um dich. Um dich allein. Wenn nichts mehr bleibt, bist DU da Einzige was bleibt. Desshalb pass auf dich auf. Trage sorge. Tu dir gutes. Du hast das BESTE verdient. Gibt dich nicht mit weniger zufrieden. Verkaufe dich nicht unter deinem Wert. Sei dir dein Wert bewusst. Tu das was du liebst. Kämpfe für deine Träume, sind sie auch noch so abwegig. Stehe ein für deine Visionen, auch wenn sie von anderen als Illusionen abgetan werden. Kämpfe für das was du liebst, für das, an was du glaubst. Lass dich von deinen Emotionen leiten, auch wenn dich die Leute belächeln. Weine. Lache. Soviel du magst. Bis du nicht mehr kannst. Leb für den Moment. Vergiss die Zeit. Vergiss die Welt. Am Ende bist es du. Nur du.

Freitag, 10. Dezember 2010

Dramaqueen vs. Kumpeltyp oder eidg. dipl. Alkoholiker


Ich glaub ich werde nun professionelle Alkoholikerin. Schwerpunkt: Rotwein und Jägermeister. Ich bin zurzeit so von Rotwein fasziniert, dass ich ihn einfach in Unmengen zu mir nehmen muss. Seit gestern bin ich wieder Fan von den Italienern. Die Italos wissen eben schon wo es lang geht. Eine ausgesprochen gute Kombination ist natürlich auch Rotwein, Prosecco (Oder war es andersrum?) und Jägermeister. Das sind dicke Freunde. Momentan meine liebsten, also neben meinen echten Freunden mein ich. Ich habe beschlossen meine Drama-Queen Krone ab zu legen und wieder Spass am Leben ( Trinken) zu haben. Also kam ich heute mit einer Visitenkarte von einem Finanzberater den ich garantiert niemals anrufen werde nach Hause, hab meinen Schlüssel einem Mann und einer Frau gegeben damit immerhin mein Bett wenigstens mal zu Sex kommt und hab mich bei einem Freund einquartiert. Diesen habe ich dann liebevoll mit versalzenem Essen bekocht und meine Jacke brav am Hacken für die Abtrocknungstücher aufgehängt. Und das beste daran: ich hatte nicht mal einen Kater. Das liegt an der Professionalität. Jahrelange Übung und Zielstrebigkeit ist der Schlüssel. Richtig Trinken will gelernt sein. Ich mach das schliesslich nicht zum Spass! Wieso sind eigentlich die guten Männer immer entweder vergeben oder langweilig? Und warum verdammt such ich mir immer die kompliziertesten Fälle aus? Ist das mein Unterbewusstsein dass im Grunde doch ein Mann ist und seinem Jägerinstinkt folgt oder hab ich einfach nur eine scheiss Angst auch mal Glücklich zu sein (oder verletzt zu werden?) und suche mir desshalb immer genau das aus, was ich nicht kriegen kann, weil ich innerlich schon genau weiss, dass ich mich so auf sicherem Terrain befinde? Oder brauch ich gar dieses ganze Drama um mich am Leben zu halten? Gott bewahre! Lass mich nicht eine von diesen Frauen sein! Ich bleibe wohl besser der Kumpeltyp. Mit dem hat man Spass. Mit dem geht man Trinken und zieht um die Häuser. Der Kumpeltyp hält sich von jeglichen Dramen und gefährlichen Situationen fern. Der Kumpeltyp ist so ganz easy going ( dieser Ausdruck ist einfach GOTT. easy going. Herrlich!). Der Kumpeltyp macht keinen Stress, er sagt dir nicht wenn du nach Hause gehen musst und er fragt dich auch nicht wo du letzte Nacht warst. Der Kumpeltyp hat viele Freunde aber keinen Freund, er ist nämlich zu sehr damit beschäftigt, nun ja, KUMPEL zu sein. Als Kumpeltyp trinkts sich auch viel angenehmer. Er muss nämlich nicht darauf achten, dabei noch irgendwie sexy aus zu sehn. Der Kumpeltyp kann sich mit gutem Gewissen voll laufen lassen, in der Gegend rum torkeln und wenn er versucht zu flirten wird das als kumpelhafte Geste abgetan. Der Kumpeltyp ist meist auf Parties an zu treffen und hat meist schon einen Sitzen, so dass es mit ihm garantiert nie langweilig wird. Er ist in seiner Professionalität was das Trinken anbelangt äusserst unterhaltsam. Siehst du also irgendwo in einer Ecke so einen Kumpeltyp rumliegen, dann bring ihm einen Jägermeister, stoss mit ihm an und sprich mit ihm über belanglose Dinge an die er sich morgen nicht mehr erinnern wird. Mach ihm ab und zu ein Kompliment wie cool er doch sei und sag ihm er wäre die Schwester die du niemals hattest und halte ihn bei Laune damit er sich auch ja nie mehr daran erinnert, dass es auch noch so was wie Liebe gibt. Ansonsten kann es vorkommen, dass sich der Kumpeltyp umgehend in eine Dramaqueen verwandelt. Da hilft dann auch professionelles Trinken nichts mehr.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Hörig

Ich bin in einer Bar. Ich lache, trinke, bin in einer Unterhaltung mit irgendwem. Ein Mann kommt, hinter ihm eine Frau. Er hält ihre Hand, zieht sie nach vorne. Das ist Anschu. Meine Frau. Ich schaue den Mann und seine Frau irritiert an. Ich verstehe nicht. Ich kenne den Mann nicht. Lass uns gehn sagt er mit strengem Blick an mich gewandt. Gehen? Wohin? Wesshalb? Der Mann wird ungeduldig, packt mich am Arm. Niemand hilft mir. Sie nehmen mich einfach mit. Die Frau ist zierlich und scheint ihren Mann sehr zu lieben. Der Mann sperrt mich in ein Zimmer. Ich werde dieses Zimmer lange nicht verlassen. Der Mann kommt ein mal Täglich ins Zimmer. Ich bin seine Sexsklavin. Anfangs versuche ich noch mich zu wehren doch bald merke ich dass es keinen Zweck hat. Ich muss machen was er will. Mit seiner Frau schläft er. Mich fickt er. Mit der Zeit beginne ich gefallen daran zu finden. Ich drehe denn Spiess um. Mache ihn von mir abhängig. Er kommt immer öfter ins Zimmer. Kann nicht genug kriegen. Ich entwickle eine Strategie. Die Sehnsucht nach der Freiheit wird immer schlimmer. Ich treibe einen Keil zwischen den Mann und die Frau. Immer wenn er mit ihr schlafen will rufe ich ihn zu mir ins Zimmer, so dass er keine Kraft mehr hat danach noch mit der Frau zu schlafen. Die Frau will mich loswerden. Sie verhilft mir zur Freiheit. Ich trete hinaus in einen wunderschönen Garten. Ich habe keine Ahnung wo ich bin. Dann wache ich auf.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Männer sind die neuen Frauen!


Also erstmal, Mama, Papa, falls ihr das hier lest ist nun für euch hier Schluss. Also nicht weiter lesen bitte, hier gehts nämlich um Sex und ich will nicht riskieren, mein kleines Mädchen Image bei euch zu verlieren. Also Adieu. Danke.

Für alle Anderen: Ich muss Dampf ablassen. Und nein, ich will hier nicht einen auf Sexkolumnistin machen, aber dieses Thema beschäftigt mich nun doch schon seit längerer Zeit und da ich gerade eine Diskussion mit einer Freundin über nachfolgendes Thema hatte, muss ich nun hier einfach mal Klartext reden weil es offenbar nicht nur mir so geht. Immer öfter klagen Frauen über mangelnden Sex. Nicht über zu wenig Sex. Auch nicht über schlechten Sex. Nein, über KEINEN SEX. GAR KEINEN. NADA. Da kann man jetzt sagen, gut dann geht doch los und schnappt euch einen, "ist doch kein Problem als Frau" hört man Männer gerne sagen. Und mal abgesehn davon, dass es das ist, gehts hier gar nicht darum. Diesen Frauen mangelt es nämlich nicht an einem Mann, es mangelt ihnen nur an Sex.Hä? Wie geht das denn? Und genau das ist der springende Punkt. JA, WIE GEHT DAS DENN?! Diese Frage stellen wir uns allerdings auch. In letzter Zeit gibt es immer mehr Frauen, die damit ein Problem haben. Besser gesagt, die Männer haben ein Problem. Sie wollen nicht mit uns schlafen! Nicht mit uns ficken, uns nicht bumsen, es uns nicht besorgen, sie wollen nicht vögeln, nicht nageln, was weiss ich. Ich verwende hier absichtlich mehrere Begriffe, damit hier keine Missverständnisse entstehen.

Ein Beispiel: Karin war seit anderthalb Monaten mit ihrem Freund zusammen. Sie hatten keinen Sex. SIE HATTEN KEINEN SEX! (Ja, das ist Schreien, ich schreie, so unfassbar und absurd finde ich das Ganze). Sie machten zwar rum, verstanden sich super, aber jedesmal wenn es kurz davor war, um zu Sex zu kommen und Karin dachte, so, jetzt gehts ab, drehte sich der Alte um und wünschte ihr eine Gute Nacht. SAG MAL GEHTS NOCH?! Wie sadistisch ist dass denn? Du kannst doch das arme Mädchen nicht zuerst am Braten riechen lassen und ihn danach aus dem Fenster schmeissen! Karin und der Gute-Nacht-Mann sind heute nicht mehr zusammen. (Na, Hoffentlich auch nicht!)

Ein weiteres Beispiel: Ich war mal auf einer Party, da hab ich nen Typen kennen gelernt, wir haben uns ein wenig (Betonung auf WENIG) unterhalten und er fragte ob ich mit ihm nach Hause kommen möchte. Wollte ich. Also gingen wir zu ihm nach Hause, machten ein bisschen rum und ja, das wars. Nach einer halben Ewigkeit rum knutschen und als mein Mund langsam wund von seinem Bart war legten wir uns schlafen. Ich war irritiert aber dachte mir irgendwie nichts weiter dabei. Ich habe besagten Typen dann noch zwei mal getroffen und jedes mal wieder das selbe Szenario. Beim dritten mal riss mir langsam aber sicher der Geduldsfaden und ich war das rum knutschen langsam leid, also flüsterte ich ihm mit erregter Stimme ins Ohr, ob wir nicht mal nen Schritt weiter gehen wollten. Wollte er nicht, denn seine Antwort war, er hätte keine Kondome im Haus. Hallo?! Welcher halbwegs hetero-sexuelle Mann nimmt denn eine Fraue mit nach Hause wenn er keine Kondome hat?! Dieser Mann sollte mir lange Zeit ein Rätsel bleiben und ich nannte ihn von nun an liebevoll MR. UNFUCKABLE.

Oder da war da noch Oliver. Oliver und ich hatten so ne Art freundschaftliche Affäre. Wo bei das Wort Affäre nicht wirklich passt. Beim Wort Affäre stelle ich mir nämlich immer vor, wie es klingelt, ich die Tür öffne und mich ein Mann mit gierigen Blicken ansieht, mich hochhebt und direkt an die Wand da hinter knallt, mit der einen Hand die Tür zu knallt und mir mit der anderen Hand an den Haaren reisst bis mein Kinn in der Horizontalen ist. Beim Wort Affäre denke ich an Begriffe wie Feuer, Leidenschaft und Unersättlichkeit. Ich denke an Sex an allen Möglichen Orten, nur nicht umbedingt im Bett. Naja, wie auch immer, bei Oliver weit gefehlt. Die einzigen zwei Male bei denen wir Sex hatten waren eher, naja wie soll ich sagen, ich hätte ein Buch nebenher lesen können. Und beide Male musste ich die Initiative dazu ergreifen. Ich kam nicht dahinter wieso das so war, denn er erzählte mir früher immer seine aufregend versauten Sex Stories und nun das. Ich suchte den Fehler natürlich bei mir. Findet er mich sexuell nicht attraktiv, und all die Fragen die sich Frauen halt in solch einer Situation stellen würden. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und als ich ihn darauf ansprach meinte er, bei irgendwelchen Frauen sei das kein Problem, da mache er was er wolle aber bei mir traue er sich irgendwie nicht. HALLO?! Ich verstand die Welt nicht mehr.

Müssen wir Frauen nun also das dumme Naivchen spielen damit ihr uns auch nichts, aber rein gar nichts aus uns macht und dafür wilden, ungezähmten Sex haben könnt? Müssen wir uns jetzt Männern an den Hals werfen, bei denen wir sicher sind, dass sie uns nicht im entferntesten Sinn irgendwie mögen damit wir auch mal in den Genuss von körperlicher Zuneigung kommen? Habt ihr Angst vor uns? Läuft bei euch die Gefahr, ihr würdet den Respekt vor uns verlieren? Idealisiert ihr uns und wollt uns (oder euch selbst?) nicht "beschmutzen"? ODER WAS ZUR HÖLLE STIMMT NICHT MIT EUCH?

Ich kriegs echt nicht gebacken. Es will mir nicht in den Kopf. Oben erwähnte Freundin zum Beispiel, die liebe Karin, eine sehr gut aussehende, intelligente und starke Frau, hat nur mit solchen Männern zu tun. Ist das nicht frustrierend? Was machen wir falsch?! Haben wir nicht auch ein Recht auf guten Sex? Oder müssen Frauen wie Karin und ich uns nun für den Rest unseres Lebens mit Blüemlisex (wenns hoch kommt) und mit Kuscheln begnügen? Oder müssen wir allen Ernstes unsere Schauspielkünste aus dem Nähkästchen holen und euch das dumme, billige Luder vorspielen? Nur weil wir Bücher lesen und nicht zu allem ja und Amen sagen, heisst das noch lange nicht, dass wir nicht auch Bedürfnisse haben, das wir nicht auch mal Hure und nicht immer nur Heilige sein wollen. Wieso verdammt, kann MANN nicht mit Menschen die man mag sich richtig ausleben? Denn wenn man sich doch mag, und eine Vertrauensbasis vorhanden ist, dann heisst das doch nicht, dass der Respekt danach verloren geht!? Ist es nicht um so besser, wenn man mit einer Person die man mag und respektiert auch die Sexuellen Fantasien teilen kann? Ihr wisst schon, Heilige und Hure zugleich. Sowie in einer Beziehung auch Kumpel und beste Freundin darin enthalten sein sollten. Ich finde diese neue Mode der Männer nicht nur frustrierend, sie ist auch verletzend. Frau fühlt sich nicht mehr sexuell Attraktiv und sucht den Fehler natürlich bei sich. ALSO WO LIEGT EUER PROBLEM? LIEGT ES DOCH AN UNS?

Und wie gesagt, es geht nicht nur mir so (es kann also nicht nur an mir liegen). Der Fall Karin und Oliver sind nicht erfunden. Lediglich die Namen wurden geändert. Nein, es geht vielen Frauen so. Attraktiven Frauen. An dem kanns auch nicht liegen. Sind Männer die neuen Frauen? Ich hätte wirklich gerne mal ein EHRLICHES STATEMENT aus der Männerwelt!