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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Nächster Halt: 2011


Ich habe mir in letzter Zeit oft den Kopf darüber zerbrochen, wie ich endlich gelassener werden kann. Es kann einem schon in den Wahnsinn treiben, immer tausend Gedanken im Kopf zu haben welche einem nicht schlafen lassen.

Oder Erinnerungen. Gute wie schlechte. Den guten trauert man nach und die schlechten möchte man am liebsten löschen. Manchmal möchte man sogar die guten löschen. Manches wäre einfacher. Ich wünsche mir regelmässig eine Gehirnwäsche wie sie Jim Carrey in VERGISS MEIN NICHT bekommt. Wäre die Festplatte einfach gelöscht wäre man der Zukunft gegenüber viel zuversichtlicher.

Doch gibt es nunmal keine Zukunft ohne Vergangenheit. Wie ich in einem älteren Beitrag bereits mal geschrieben habe, ist unsere Erinnerung wohl das Einzige was wir wirklich besitzen, was nur uns gehört, was uns keiner nehmen kann. Und doch ist sie manchmal unser grösster Feind, unser grösstes Hindernis, weil wir durch sie immer vorsichtiger werden.

Irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft warten wir wie verwaiste Kinder an einem Bummel-Bahnhof. Die Gegenwart rast im Schnellzug an uns vorbei.

Ohne Kompass rennen wir durch die Gegend und fragen die Leute nach dem Weg. Doch keiner wird uns den Weg weisen können. Nur wir selbst. Also rennen wir weiter im Kreis. Jeder für sich, so lange bis seine Grenze erreicht ist, bis ihm klar wird, das es nur einen Weg gibt: Den Weg zu sich selbst. An dir selbst kommst du nicht vorbei.

Du musst mit deinen Gedanken und deinen Erinnerungen Frieden schliessen um wieder auf den Zug auf zu springen. Du musst mit dir selbst Frieden schliessen und du musst dir selbst vergeben. Dieser Prozess ist unabdingbar.

Hast du erst deinen Seelenfrieden zurück erlangt kannst du dich mit der neu gewonnen Gelassenheit dem HIER UND JETZT widmen ohne dich wegen deiner Vergangenheit oder deiner Zukunft verrückt zu machen.

Oft haltet man sich mit falschem Stolz auf. Man ist nicht bereit anderen zu vergeben, weil man sich selbst nicht vergibt. So können Jahre vergehen. Wertvolle Jahre. Man ist wütend. Enttäuscht. Man sucht Schuld. Entweder bei sich oder dem Anderen. Doch manchmal trifft keinen die Schuld. Nur den falschen Stolz. Und auch wenn jemand Schuld hat, muss man dem Schuldigen vergeben. Schuld hält auf. In jeder Hinsicht.

Zum Jahresabschluss habe ich nun mit mir selbst Frieden geschlossen. Ich habe in diesem Jahr mit allen Menschen welche mir nahe sind oder eine Verbindung zu mir haben Frieden geschlossen. Ich habe falschen Stolz überwunden und ich habe vergeben. Ich habe auch um Vergebung gebeten. Und zu guter letzt, am dritt letzten Tag des Jahres, habe ich mir selbst vergeben. Ich habe meinen Rucksack in die Ecke geschmissen, ihn aus gepackt und aus sortiert. Einige Dinge habe ich weg geschmissen und einige wieder ein gepackt.

In drei Tagen ist dieses verdammte Drecks Jahr endlich zu Ende und ich kann jedem nur raten, in den verbleibenden Tagen - solltet ihr es nicht schon gemacht haben - euren Rucksack zu entrümpeln und mit aussortiertem Rucksack pünktlich zum Jahreswechsel am Hauptbahnhof zu stehen um auf den Gegenwartexpress in Richtung Zukunft auf zu springen. 2011 WE`RE COMMING!

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