Samstag, 29. September 2012
Mehr.
Mehr. Wir wollen immer mehr. Wir streben nach etwas. Irgendwas kommt doch da noch. Da gibt's doch noch mehr. Wenn ich endlich die Schule abgeschlossen hab. Die Ausbildung beendet. Die Schulden bezahlt. Die grosse Reise angetreten. Den Führerausweis. Wenn ich endlich ausgezogen bin. Endlich das Studium fertig. Wenn ich endlich von der Musik leben kann. Von der Kunst. Mein eigener Laden eröffnet...
DANN, JA DANN GEHTS ENDLICH LOS!
Ja was den nun eigentlich? Das ECHTE Leben? Kommt dann das GROSSE Glück? Gibt es das überhaupt? Eigentlich wurde uns doch schon lange eingetrichtert, dass Glück kein äusserer Zustand ist, dass es nur von Innen kommen kann. Wieso brauchen wir dann diese Erfolgserlebnisse? Wieso definieren wir uns dennoch durch die Dinge die wir tun? An die wir glauben? Weshalb dieser Drang zur Selbstverwirklichung? Wieso drehen wir am Rad wenn wir uns in einem Zustand des Stillstands befinden? Wieso brauchen wir immer MEHR?
Woher kommt dieser Antrieb? Woher stammt dieses Gefühl, dass wir etwas für unser persönliches Glück, für unsere Zufriedenheit tun müssen?
Schenkt man den spirituellen Lehren glauben, entfernen wir uns mit diesem Streben immer weiter weg von uns selbst. Gleichzeitig streben genau diese Leute die Erleuchtung an. Ist das nicht im Grunde genommen das selbe? Geht es nicht genau genommen bei allen Menschen um das selbe? Geht es nicht genau genommen sogar bei allen Weltreligionen wenn man diese auf die Kernaussage zurück reduziert um das selbe?
Streben wir nicht alle nach dem Glück?
Klar, auch Glück ist eine Definitionssache. Aber ist es nicht eigentlich scheiss egal wie hier die Meinungen auseinander gehen solange jeder für sich, auf seinem persönlichen Weg zum Glück seine Glücksmomente erlebt. Glück als flüchtigen Augenblick innerer Zufriedenheit. Durch was sie hervorgerufen wurden spielt doch letzten Endes gar keine Rolle. Ob nun durch äusseren oder inneren Anlass. Fühlen können wir das Glück ja ohnehin nur von innen. Wichtig ist doch Einzig, das wir jene Momente als das Erkennen was sie sind und es uns nicht zum Ziel machen, einen Zustand dessen zu erreichen, der dann für immer anhält. Denn sonst gäbe es diese Momente ja gar nicht mehr. Ja und was dann?
Ich denke, es ist nichts falsches daran, MEHR zu wollen. ich trage ständig das Gefühl in mir, dass da noch etwas kommt. Auf der einen Seite macht es mich unruhig, weil ich ständig auf der Lauer bin, weil ich immer damit rechne, dass da noch etwas grosses kommt. Und wahrscheinlich wird es das auch. Das Leben an und für sich ist etwas grosses. Zum anderen macht es mich neugierig. Es treibt mich an. Man mag es Reissen nennen. Feuer. Oder einfach nur dieser unersättliche Hunger nach Leben.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen