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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Seiltänzerin



...Und ich fühlte mich wieder wie ein ganzer Mensch.
Es ist schon unglaublich wie sehr sich der Mensch durch seine Arbeit definiert.
Als wäre er ohne sie nicht vollständig.
Unvollständig durch Untätigkeit.
Selbstachtung durch Leistung.
Immer im Wettlauf.
Süchtig nach Erfolgserlebnissen.
Das Streben nach Anerkennung.
Erster Arbeitstag und schon wieder Blut gelechzt.
Dazwischen – der totale Überdruss.
Leistungsgesellschaft? Ohne mich!
Ich will leben.
Ich will suchen.
Reisen.
Erfahren.
Lernen.
Vom Leben lernen.
Von den Menschen.
Für meinen inneren Reichtum –
Nicht für den auf meinem Konto.
Zurück im Hamsterrad.
Alles von vorn.
Einmal mehr.
Rechter Fuss.
Linker Fuss.
Ganz vorsichtig.
Bedacht.
Nicht nach unten schauen.
Die Welt ist das Seil –
Ich ihre blosse Tänzerin.
Und wieder einmal formen sich die sanften Wolken zu Buchstaben und schreiben:
BALANCE.

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