
Mauritius, 13.2.2011
18.55 Uhr
Ich sitze am Meer. Der Himmel erstreckt sich in weichen Pastell-Farben ueber dem Wasser. Die Formen der Wolken erzaehlen allesamt eine Geschichte. Ein Wunder der Natur, ein faszinierendes Gemaelde der Schoepfung.
Ich bin gluecklich. Und Melancholisch zugleich. Meine Fuesse spielen im wohlig warmen Sand. Ich habe ein Schlupfloch gesucht. Gefunden habe ich Frieden, Ruhe und eine Ahnung dessen, was Freiheit sein kann. Fuer mich.
Es daemmert bereits. Eine Gruppe Einheimischer tollt im Wasser herum, als waere es das erste Mal, dass sie das Meer sehen wuerden. Oder das Lezte.
Kinder lachen, spielen im Sand. Strahlen diese vollkommene Waerme aus, wie es nur Kinder koennen.
Ich trinke Bier und betrachte das rege Treiben. Wellen. Wolken. Menschen. Versuche alles aufzusaugen. Atme tief ein und wieder aus. In zwei Tagen um diese Zeit bin ich bereits wieder zu Hause. Oder zumindest an dem Ort, den ich aus Gewohnheit so nenne.
Ich merke wie meine Augen glasig werden. Aus den Kopfhoerern singen LIA ICES und JUSTIN VERNON (BON IVER) von DAPHNE. Die Stimmung des Songs kommt jener des Augenblicks sehr nahe.
Ich habe mich langsam an das Leben hier gewoehnt. Nicht zu wissen, wie spaet es ist, in den Tag hinein zu leben, einfach die Augen zu schliessen und den Duft der Leichtigkeit ein zu atmen. Menschen auf der Strasse gruessen wie damals, als kleines Maedchen, als ich noch im Dorf gewohnt habe. Mangos aus dem Garten. Kaffee trinken auf der Veranda. Am Meer tanzen, mitten am Tag, nuechtern, nur trunken ab dem Moment, der Stimmung. Die Arme in die Luft zu strecken und den Kopf in den Nacken zu werfen. Sand am ganzen Koerper zu haben und sich trotzdem reiner als je zuvor zu fuehlen.
JUSTIN VERNON'S Part beginnt und das Klavier setzt ein. Ich schliesse die Augen. Bewege meinen Koerper zu der Musik. Ich vergrabe meine Haende im Sand.
21.45 Uhr
Wir sind erneut in der KENZIBAR. Die Jungs vom letzten Sonntag spielen wieder. Die meisten Songs sind die selben wie letzte Woche. Doch dann spricht der Saenger irgendwas in unsere Richtung, was ich aufgrund der Lautstaerke nicht verstehen kann. Ich hoere nur: SPECIAL FOR YOU. Und dann ertoent PINK FLOYDS WISH YOU WERE HERE. Ich bin geruehrt. Hat der Saenger uns doch lezte Woche gefragt ob wir einen Musikwunsch haetten. Wir wuenschten eben diesen Song, welcher er leider nicht beherrschte. Er hat ihn extra fuer uns einstudiert. Nach einigen Songs war ich so in die Musik vertieft, dass ich auf dem Stuhl zu trommeln anfieng und mitgesungen habe. Ich hatte meinen persoenlichen Musikalischen Hoehepunkt erreicht. Ich war EINS MIT DER MUSIK. Ich konnte meinen Koerper nicht mehr kontrollieren, er war durchdringt von dem Sound und ich fuehlte mich als wuerde ich schweben. So stelle ich mir Liebe vor.
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