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Montag, 29. November 2010

Ein Traum oder das Konzert meines Lebens


Der Wein erfüllt seinen Zweck. Leider ist die Flasche nun leer. Mir ist nun aber gerade mein Traum von letzter Nacht eingefallen und da ich dermassen ab dieser Szene fasziniert bin komme ich nicht um hin darüber zu berichten.

Es war am Meer. Hinter dem Strand erstreckte sich ein Berg und auf diesem Berg spielten Depeche Mode ein Konzert. Sie spielten meinen lieblings Song SWEETEST PERFECTION. Ich war per Zufall an diesem Berg vorbei gekommen und war auf dem Weg zum Strand. Ich kletterte den Berg runter und drehte mich immer wieder um weil ich diesen Song unbedingt hören wollte aber irgend etwas liess mich trotzdem immer weiter runter klettern. Die Musik war aber laut genug, so dass ich sie auch noch hören konnte als die Band ausser Sichtweite war. Und dann kam plötzlich Dave Gahan den Berg runter geklettert, immer noch am Singen. Der Song schien gar nicht mehr aufzuhören, er dauerte mindestens schon 20 Minuten. Dave kam also diesen Berg runter und ging aufs Meer zu, das Mikrophon in der Hand, immer noch am Singen. Er stand im Wasser, sang diesen Song und danach gab die Band noch einen mindestens genau so langen Instrumentalen Part zum besten. Ich konnte mein Glück kaum fassen und war in einem Trance zustand. Trunken von den Klängen, der Melodie, diesem unglaublichen Sound. Ich dachte das sei das grösste was ich je an Musik erlebt habe. Ich wollte mich ins Meer legen und mit diesem Sound davon schwimmen.

Es war der schönste Traum den ich je hatte und ich verfluche meinen Wecker.

Und ich fange gar nicht erst an diesen Traum zu analysieren. Er ist perfekt. Alles andere würde ihm nur seinen Glanz stehlen.

Rotweinphilosophie


Ich kann nicht schlafen. Also tue ich was Bukowski tun würde. Ich trinke. Ich trinke Rotwein, rauche wie ein Loch und denke über mein Leben nach. Ich denke über das vergangene Jahr nach und ich analysiere was sich alles verändert hat. Die Antwort ist: Es hat sich rein gar nichts verändert. Und dennoch ist alles anders. Seit Jahren hab ich das Gefühl, dass sich das Rad einfach nicht mehr weiter dreht. Ich begehe die selben Fehler zum x-ten Mal, ich bin meinen Zielen und Träumen keinen Schritt weiter gekommen und Dinge die ich einst liebte und mich am Leben erhielten sind nun Dinge geworden, die ich zutiefst verabscheue. Grundlegende Dinge. Mein Beruf zum Beispiel. Meine ewige Rastlosigkeit. Meine Gedanken. Was einst eine meiner lieblings Beschäftigung war – meinen Gedanken nach zu hangen – bringt mich heute um meinen Schlaf. Wenn ich keine Probleme mit einschlafen hab dann kann ich sicher sein, dass ich mitten in der Nacht aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Was ich früher als luxus sah – mich in meine eigene Welt zu flüchten – wirkt heute zunehmend apatisch.

Wieso trinken eigentlich alle immer nur Rioja und Primitivo? Ich möchte an dieser Stelle mal an den Blauburgunder appellieren. Auch wenn zurzeit keiner Stolz auf die Schweiz ist muss man doch mal sagen, dass wir nen echt guten Wein haben. Speziell der Zürcher Staatsschreiber Wein. Schweizer Wein wird total unterschätzt. Aber das ist wohl eine typische Krankheit des Menschen: Immer zu weit suchen. Zu weit denken. Man muss uns zuerst eins auf die Fresse hauen damit wir mal die Augen öffnen.
Passend dazu trinke ich heute einen Kroaten. Der Balkan wird ja auch immer gerne unterschätzt. Die haben aber echt tollen Wein!

Ich versuche nun gerade mich an meinen grössten Glücksmoment in diesem Jahr zu erinnern. Er scheint mir so weit weg und ich erinnere mich nur noch vage, was ich damals gefühlt und empfunden habe. Ich erinnere mich, nach Adjektiven gesucht zu haben, damit ich mich später mal genau an diesen Moment erinnern kann. Sie fallen mir nicht mehr ein. Das Einzige was noch an nährend besagtes Glücksgefühl wieder geben kann ist FREIHEIT. Ich dachte an Freiheit. Es war ein Samstag. Ich war auf meiner Reise in der Türkei. Ich war am Meer und habe mir ein Fahrrad gemietet und bin durch die Gegend der Küste entlang gefahren. Musik im Ohr und der Wind in den Haaren. Bei einem Strand welcher mit einem Sportstand ausgerüstet war wollte ich eine Pause einlegen. Dort wurde ich mit offenen Armen empfangen und zu einer gratis Katameran-Fahrt eingeladen. Und da draussen, weit draussen auf dem Meer, als ich dieses Seil in den Händen hielt und wir dem Horizont entgegen gleiteten, ganz nah am Wasser, da sagte ich zu mir selbst: An diesen Moment wirst du dich immer erinnern. Das ist der schönste Tag deines Lebens. Und das schönste daran: ich war alleine. Ich war im Frieden mit mir selbst. Ich war glücklich. Einfach so. Alles andere erschien mir so belanglos. Da waren nur ich und meine Gedanken. Und die waren gut. Die waren verdammt gut. Ich habe wahres Glück empfunden. Es gehörte mir allein und das wichtigste: Es war von niemand anderem abhängig. Ich glaube das ist das wahre Glück. Wenn man so im Einklang mit sich selbst ist, dass Glück allein daraus entstehen kann, weil man einfach zufrieden mit sich und dem Moment ist. Und dass man dafür dankbar sein kann. Dankbar ein neues Level erreicht zu haben und du nimmst dir vor dich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren, dich nicht immer selbst in den Wahnsinn zu treiben und Glück einfach mal passieren zu lassen. Du nimmst dir vor, den Gedanken, dass man sich sein Glück zuerst verdienen muss ab zu legen. Du fragst dich, wieso du immer alles so schwarz gesehen hast, wieso du dir immer das Leben selbst zur Hölle machst und du kannst beim besten Willen nicht nachvollziehen warum du nicht immer so glücklich warst.

Einige Monate später kannst du dich nicht mehr in diesen einen Glücksmoment hinein fühlen. Du kannst darüber berichten, aber du kannst ihn nicht mehr fühlen.

Die Zeit vergeht so schnell und innerhalb einiger Sekunden kann sich dein Leben grundlegend verändern. Durch falsche Entscheidungen, verpasste Busse, gesagte Worte und nicht gesagte Worte. Wir hangen der Vergangenheit nach und zerbrechen uns den Kopf über verpasste Chancen, gescheiterte Beziehungen, falsche Entscheidungen und den ganzen Lauf der Dinge. Doch machen all diese Sachen uns zu dem was wir sind. Doch wollen wir so sein wie wir sind? Dient es nicht viel mehr der Rechtfertigung all unserer Taten? Vielleicht. Doch auch wenn wir nicht sind wer wir sein möchten müssen wir uns dennoch selber all diese Dinge verzeihen. Tun wir es nämlich nicht, werden wir uns unser Leben lang mit den selben Hürden auseinander setzten müssen. Und wir werden wütend werden. Und Wut im Herzen zu haben ist wohl das schlimmste für einen Menschen überhaupt. Schlimmer noch als Trauer. Sie hinterlässt ein Loch im Herz. Desshalb sind diese Glücksmomente so wichtig. Auch wenn wir das Gefühlte hinterher nicht mehr nachvollziehen können. Die Gewissheit, es erlebt zu haben schöpft dennoch Hoffnung eines Tages wieder so zu fühlen wie damals.

Run Baby Run



Ich renne durch die Gegend, renne umher. Bin rastlos. Ausser Atem. Ich brauche Kraft, drohe um zu fallen. Ich renne. Renne ohne Pause. Hab keine Zeit. Bin falsch abgebogen und finde den Weg nicht mehr. Anstatt vor mir selbst davon zu rennen, renne ich nun meinem eigenen Schatten hinter her. Ich komme an der nächsten Kreuzung an und kann mich für keine Richtung entscheiden. Rechts? Links? Geradeaus? Oder einfach wieder umkehren? Darf nicht stehen bleiben. Renne im Kreis. Werde langsamer. Mag nicht mehr. Meine Beine drohen unter mir zusammen zu brechen. Wo geht's lang? Wo will ich hin? Ja nicht stehen bleiben, immer schön weiter rennen. NICHT stehen bleiben. Auf einmal wird alles ganz hell, ich öffne die Augen und merke dass ich hingefallen bin. Meine Knie bluten, alles schmerzt. Ich kann nicht aufstehn, bin zu erschöpft. Die ganze Last, der ganze Schmerz meines bisherigen Lebens überfährt mich wie ein rasender Schnellzug. Ich schliesse die Augen. Ich will Schlafen. Nur noch schlafen. Doch muss aufstehn. Darf nicht liegen bleiben. Muss weiter. Immer weiter. Mit letzter Kraft erhebe ich mich vom Asphalt und realisiere, dass mein Bein gebrochen ist. Der Schmerz dessen erinnert mich daran, dass ich am Leben bin. Ich lebe. Ja verdammt. Ich mache mich auf allen vieren auf den Weg und frage mich an welcher Ecke ich mir selbst abhanden gekommen bin.

Donnerstag, 25. November 2010

Für ein Alkoholverbot an Firmenfeiern


Stell dir einen Tag vor an dem du die Welt nicht so fest hasst wie an anderen Tagen. Ein Tag, der gemütlich mit Kaffee und Frühstücken in der Küche beginnt. Du begibst dich in den Bus, bist guter Dinge, auf dem Weg zur Arbeit. Sogar die Hardbrücke lässt dich heute (fast) kalt. Du kommst nach längerer Zeit wieder ins Büro, kämpfst dich durch all die Mails während deiner Abwesenheit durch und fasst dir schon das erste Mal an den Kopf bei den Mails deines Chefs. Nicht aufregen. Er kann nichts dafür, er ist einfach so. Nachdem du den E-Mail-Berg bewältigt hast machst du dich auf in die Cafeteria wo du dich mit Kaffee eindecken willst. Leider bist du nicht die Einzige, die diesen Gedanken hatte und somit stehst du Gedanken versunken in der Schlange vor der Kaffeemaschine. Doch leider, und ich meine wirklich LEIDER wirst du die ganze Zeit von diesen (ich kanns nicht anders sagen) behinderten Smalltalk-Gesprächen deiner Kollegen abgelenkt. DU WILLST KOTZEN. Und du fragst dich wie die immer über so belanglose Scheisse die echt KEINEN MENSCHEN interessiert quatschen können, um die Wette strahlen und hähähihi da und dort machen können.

Also stehst du da, bemüht deine Augen nicht allzu sehr zu verdrehen als die beiden Damen neben dir bemerken dass sie die selbe Bluse tragen und die dritte noch um die Ecke kommt und den beiden beteuert, dass die Bluse aber auch wirklich sehr schick sei. Es ist wieder einer dieser Augenblicke in denen du dich fragst, was zum Teufel du hier eigentlich verloren hast. Du fragst dich ob du auch eines Tages deinen Mitarbeitern von den Zahnschmerzen deines Freundes berichten wirst oder ob du einfach von Grund auf asozial und nicht fähig bist dich anzupassen. Du denkst daran wie du das Ganze an Parties handhabst. Da kannst du das Gut. Aber da bist du zum Glück betrunken.

Apropos betrunken. Heute Abend steigt die Grosse Firmenweihnachtsfeier. Ich habe Angst. Noch viel schlimmer als der alltägliche Firmen-Smalltalk in der Cafeteria ist der „Jetzt-sind-wir-endlich-mal-betrunken-und-erzählen-uns-intime-Details-aus-unserem-Privatleben“-Smalltalk. Und Morgen sind wir alle verkatert und hoffen nicht allzu sehr aufzufallen und dem Typen aus dem 5. Stock mindestens drei Monate, am besten ein Jahr (bis zu der nächsten Weihnachtsfeier) nicht über den Weg zu laufen. Natürlich begegnet er dir aber genau als du total beschissen aussiehst in der Cafeteria und du schaust beschämt zu Boden und tust so als hättest du ihn nicht gesehen und schwörst dir nie mehr Alkohol zu trinken. Arbeit und Alkohol verträgt sich einfach nicht. Und Arbeit, Alkohol und DU, schon gar nicht. Der besoffene Chef der dich in der Ausbildung an gegraben hat, wie er sein Hemd ausgezogen hat und durchs Büro getanzt ist. Pfui. Oder damals als du den Typen aus der Informatik (aus der INFORMATIK!!) mit nach Hause geschleppt hast und wie es am nächsten Tag das GANZE BÜRO wusste und du danach noch raus gefunden hast, dass der Alte ne Freundin hat. Oder vor zwei Jahren, als du dermassen betrunken warst und du deinen Kopf nur noch in den Händen gehalten hast und fast im Restaurant auf dem Tisch eingepennt bist. Und da wäre dann noch letztes Jahr. Mein Gott. Zuerst flirtest du den IT-Typen an (was hab ich immer mit diesen IT-Nerds?!), überredest ihn, mit dir noch ins Hive zu gehen um danach unbemerkt mit dem Typen aus dem 5.ten dort hin durchzubrennen um danach in einer wilden Taxi-Knutscherei zu enden. Jägermeister hat auf einer Firmenfeier aber auch wirklich nichts, REIN GAR NICHTS verloren verdammt!

Also habe ich mir für die heutige Firmenfeier einige Vorsätze gefasst: Kein Alkohol, keine Flirts, keine Knutschereien, kein ausgelassenes Tanzen zu schlechter Musik, kein gar nichts! Ich werde, wie es sich für eine Dame gehört an meinem Orangensaft nippen und mich früh verabschieden. Morgen kann ich dann erhobenen Hauptes stolz wie ein Kind, dass zum ersten Mal in die Toilette gemacht hat durch die Cafeteria stolzieren, mich ab dem Smalltalk meiner Kollegen erfreuen und den „wer-mit-wem“-Geschichten lauschen.

Donnerstag, 18. November 2010

Kalte Fliege


Kälte macht sich breit. Sie erstreckt sich wie eine rollende Lawine übers Land. Hüllt dich ein, füllt dich aus. Von den Zehenspitzen über deine Knöchel klettert sie an dir hoch wie eine gierige Schlange hinauf bis in dein Herz. Sie umgarnt es wie eine Spinne die ihr Netz spinnt. Ganz vorsichtig, langsam, bedacht.

Kannst du es fühlen?

Die eisige Kälte, wie sie immer tiefer in dich eindringt wie tausend kleine Nadelstiche?

Du frierst und hoffst in deinen Träumen Schutz zu finden. Flüchtest dich in sie hinein wie in eine sichere Höhle. Hoffst. Ja hoffst in ihr Zuflucht zu finden. Geborgenheit. Erlösung. Doch die Schlange ist dir auf der Schliche, sie kann dich riechen: dein Pulsschlag, dein Blut, diesen kleinen Rest den du Leben nennst.

Doch weder die Schlange noch die Spinne sind dein Feind. Auch nicht dieser kalt gewordene Klumpen den du aus einem früheren Leben als dein Herz kanntest. Du allein. Du hast die Schlange gerufen, und mit ihr die Spinne. Du hast dich als Fliege getarnt weil du der Spinne ins Netz gehen wolltest. Du hast diesen Weg gewählt, auf der Flucht vor der Kälte mit der Spinne in den Kampf zu treten. Du hast diese Rolle mit offenen Armen entgegengenommen. Dich ihr hingegeben. Und das nur desshalb, um durch diese atemlose Flucht vor der Kälte ein wenig Wärme zu empfinden.

Im Netzt gefangen – in einer anderen Welt, ja vielleicht in einem Traum – hast du dich in einen Goldammer verwandelt. Die Fliege die du einst warst, tief und sicher in deinen Federn verborgen, hast du deine jungen Flügel gespreizt und bist gen Süden davon geflogen.

Freitag, 12. November 2010

Nichts

Ich würde gerne irgendwas schreiben. Irgendwas. Ganz egal. Ich verspüre keinen Mitteilungsdrang. Ich würde lediglich gerne ein wenig in die Tasten hauen. Eigentlich könnte ich auch einfach einen Text abtippen. Ich glaube ich wäre eine gute Sekretärin. Oder auch nicht. Ich beherrsche ja nicht einmal das 10-Finger System. Und das ist mir nicht mal peinlich. Ich haue gerne so idiotisch auf den Tasten rum und wenn mich jemand fragt habe ich auch eine plausible Erklärung dafür parat. Ich habe es nie gelernt. Simpel. In meinem Beruf arbeiten wir hauptsächlich mit der Maus. Immer wenn ich in die Tasten haue verrät mich das eigentlich schon bei meinen Arbeitskollegen, dass ich nicht wirklich am arbeiten bin. Ich tue dann immer so als würde ich etwas abtippen. Aber eigentlich ist auch das total überflüssig, denn in unserem Beruf muss man eigentlich auch nie was abtippen. Zum Glück spinnt aber mein MICROSOFT OFFICE die ganze Zeit (ja, ich ziehe dieses Produkt gerne durch den Dreck) und so kann ich dann jeweils behaupten, dass ich doch was abtippen musste. Aber eigentlich ist auch das alles total belanglos. Wie dieser ganzer Text. Ich dachte ich mach mal eine Übung. Einen Text über nichts schreiben. Einen Text ohne Kernaussage, ohne Inhalt, am liebsten sogar ohne Punkt und Komma. Aber dazu war ich dann doch zu feige. So ganz ohne jegliche Interpunktion zu schreiben, dass überlasse ich dann doch lieber denjenigen, die die Sprache wirklich beherrschen. Denjenigen die mit Worten spielen als wären sie Bausteine von Kappla. Denjenigen, bei welchen man nicht das Gefühl hat einen endlosen Haufen aneinander gereihter Wörter, sondern eine fliessende Geschichte zu lesen. Oder noch besser: Sie zu hören. Sie zu fühlen. So weit bin ich noch nicht. Bei Weitem nicht. Deswegen wollte ich irgend etwas schreiben. Einfach als Übung. Um mit den Wörtern zu spielen. Sie zu erkunden, sie abzutasten, in der Hoffnung eines Tages einen Text über Nichts zu verfassen ohne euch dabei zu langweilen.

Mittwoch, 10. November 2010

Diese Tage


Es sind diese Tage, an denen du dich an Momente aus deiner Kindheit erinnerst.
Es sind diese Tage an denen du für einen kurzen Augenblick wieder sieben Jahre alt bist und mit deinem Bruder auf dem Rücksitz Gameboy spielst während ihr mit euren Eltern in Richtung Italien fährt.

Oder damals, als ihr die Jacken getauscht habt und ihr im Ernst dachtet eure Eltern würden euch verwechseln wenn ihr nur die Köpfe unter die Jacken gezogen habt.

Es sind diese Tage, an denen du daran denkst, wie du deine Mutter ausgeschlossen hast und deine kleinen Finger danach zu wenig Kraft hatten, die Schlüssel erneut umzudrehn und euer Nachbar am Balkon hoch klettern musste um dich zu befreien.

Oder dieser eine Tag im Winter an welchem die anderen Kindern dich dick nannten und du in Tränen ausgebrochen bist und ihnen verzweifelt zu erklären versucht hast, dass das doch nur die dicke Daunenjacke sei und du nicht dick seist. Und wie du danach Jahre lang gelaubt hast du seist es doch. Wegen dieser blöden rosaroten Daunenjacke.

Es sind diese Tage, an denen du dich daran erinnerst, wie du mit Nicole die Katzen im Quartier eingefangen – sie in einen Kinderwagen gesteckt – und sie in der Nachbarschaft spazieren gefahren hast. Oder wie ihr die ganze Wohnung in ein Restaurant – mit Tischen aus Büchern gebastelt – verwandelt habt. Wie ihr stundenlang mit den imaginären Gästen rumgetratscht habt. Oder die Bibliothek. Die Bank. Die Post. Oder diese Mittwoch Nachmittage an denen dir vor lauter Risoletto in dich rein stopfen schon ganz übel wurde. Oder wie du Nächte lang nicht schlafen konntest wegen dem roten Stier aus DAS LETZTE EINHORN.

Es sind diese Tage, an denen du ganz weit zurück greiffst in die hintersten Ecken deiner Erinnerung deines kleinen Lebens. Weisst du noch, als du an diesem einen Sonntag im Frühling als deine Grosseltern zu Besuch waren, du warst vielleicht knappe vier Jahre alt, und deine Mutter in den Keller ging und du ihr ins Treppenhaus hinterher gelaufen bist und dir dort eine Katze begegnete? Du bist ihr durchs ganze Dorf hinterher gelaufen und deine Eltern hatten Todesangst um dich. Deine Mutter hat dich dann irgendwo an einer Kreuzung im Dorfkern wieder eingefangen. "S Büsi" hast du gesagt und mit dem Finger auf das kleine Tier gezeigt.

Es sind diese Tage. Diese Tage an denen du an diese Katze denkst. Es sind diese Tage, an denen du dich in all diese Erinnerungen aus Kindheitstagen flüchtest. An denen du versuchst einen roten Faden zu finden. Eine Verbindung zwischen diesem kleinen Mädchen zu finden, welches damals der Katze nachgelaufen ist und dieser Frau, die du heute bist. Es sind diese Tage, an denen du dich fragst wo die Jahre hin sind. Wo ist die Zeit geblieben? Und wo hat sich dieses kleine Mädchen versteckt?

Es sind diese Tage, an denen du dir wünschst dieses kleine Mädchen eines Tages wieder zu sehen. Es in den Arm zu nehmen und um die Zeit zu weinen die du verschwendet hast in dem du vor ihm davon gelaufen bist. Und dir wird auf einmal klar, dass DU die Katze bist. Du warst es schon die ganze Zeit.

Dienstag, 9. November 2010

Montag, 8. November 2010

20 Fragen


Wenn wir die Antwort auf eine Frage bereits kennen wieso stellen wir sie dann trotzdem?

Wo haben wir eigentlich gelernt uns so gut selbst was vor zu machen?

Wieso schmerzt die Wahrheit mehr als die Erkenntnis eine Lüge zu leben?

Wieviell hält ein Herz aus?

Gönnt man sich immer soviel wie man sich selbst wert ist?

Wieso erkennen wir Glück erst immer wenn es bereits der Vergangenheit angehört?

Gibt es etwas schöneres und herzzerissenders als die Aussage von Alain Delon über die Liebe seines Lebens, Romy Schneider nach deren Selbstmord: «Sie war hoffnungslos einsam. Ich wusste, dass sie an gebrochenen Herzen sterben würde.» ?!

Wesshalb verstrickt sich eigentlich jedes mal das verdammte Kabel der Kopfhörer in der Tasche als wäre es ein sich selbst fickender Bandwurm?

Wesshalb braucht der Mensch drei viertel seines Lebens um den ersten Viertel zu verarbeiten?

Wieso machen wir Glück immer von äusseren Einflüssen abhängig?

Weshalb wird uns in der Schule beigebracht wie man einen Frosch seziert anstatt uns beizubringen mit dem Leben klar zu kommen?

Warum haben Kinder und Alte Menschen den Blick für das Wesentliche und werden trotzdem für unmündig erklärt?

Wieso müssen wir immer alles hinterfragen anstatt einfach mal zu akzeptieren und uns das Leben nicht noch unnötig schwerer zu machen?

Kann man es sich zur Lebensaufgabe machen seinen Platz zu finden?

Was, wenn der Platz bereits besetzt ist?

Wird die Verfechtung der Monogamie vielleicht nur als Ausrede benutzt weil man den falschen Partner hat oder würde der Mensch allen ernstes die Liebe seines Lebens betrügen?

Wo beginnt Liebe und wie unterscheidet man sie von der Gewohnheit?

Kann man sich zweimal in die selbe Person verlieben oder hat man sich nur endlich eingestanden nie aufgehört zu haben sie zu lieben?

Vergibt man einer Person, vergibt man dann nicht im eigentlichen Sinne sich selbst?

Haltet Sehnsucht einem am Leben oder richtet Sie einem eigentlich zu Grunde?

Donnerstag, 4. November 2010

AUTUMNLOVE




Die warmen Farben der Blätter und Bäume

Sonnenstrahlen im Gesicht

Mädchen mit dicken Strumpfhosen und zierlichen Jupes

Cat Power – The Greatest

Friedhof Sihlfeld

Verträumte Menschen auf langen Spaziergängen

Der Duft von heissen Marronis

The Whitest Boy Alive – Island

Khaled Hosseini`s Roman "Drachenläufer"

Cardigans

Phoenix - Love Like a Sunset

Auf Wolldecken in der Sonne liegen

Luftsprünge

Chäferberg

Earl Grey Tea mit Milch

Get Well Soon

Kerzenlicht

Rotwein-Melancholie

Lauer Wind

Währschaftes Essen

Jungs mit Schal

Kings Of Convenience

Türkische Linsensuppe

Die letzten Tage auf dem Spielplatz

Villa Nah

AUTUMN I LOVE YOU!

Mittwoch, 3. November 2010

Live on the island


When I got back along my road,
All the trees had come out the screen.
Nobody called for many days.
I was left in my little world.
Lived through the smell of painted floors,
Echoing the sound.
Off running water through the pipes,
And posters falling down.

When I woke up the second day,
All the noises have disappeared.
Down the street I chose a path,
And walked to the end of it.
Of all the words you sent to me,
There was one that I couldn't bear.
One that for me meant everything,
I think you got mixed up with care,
Taking care, taking care.
Live on the island.
Live on the island.
Live on the island.
Live on the island.